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Ersatzweg oder Stadtvariante?

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Entlang dieses Feldwegs könnte nach Auffassung der Stadt im Zuge der Stilllegung des Bahnübergangs am Rauschbergweg in Matzing eine Anbindung des Gewerbebetriebs (rechts) und der Wohnhäuser westlich der Bahnline in Matzing an die Staatsstraße 2096 (Richtung Chieming) erfolgen. Die Stadtvariante wäre eine Alternative. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Stadt Traunreut hat der Südostbayernbahn im Zuge der geplanten Stilllegung des Bahnübergangs am Rauschbergweg in Matzing eine Alternative vorgeschlagen. Anstatt des von der Bahn geplanten Ersatzwegs für den motorisierten Individualverkehr entlang der Bahnlinie, schlägt die Stadt eine Anbindung des Holzgewerbebetriebs und der Wohnhäuser über die Staatsstraße 2096 vor.


Die sogenannte Stadtvariante würde vom Gewerbebetrieb über den Feldweg führen und im weiteren Verlauf auch das Gemeindegebiet Nußdorf berühren. Die Stadt behält sich auch vor, dass die Kostenteilung bei der Stadtvariante, wie bisher vorgesehen, mit der Drittelteilung bestehen bleibt. Das heißt, dass sich die Stadt als Straßenbaulastträger mit einem Drittel an den Gesamtkosten beteiligt.

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Sollte die Südostbayernbahn auf den Vorschlag der Stadt eingehen, würde die Stadt wiederum das neue Angebot der Bahn, am Bahnübergang Rauschbergweg eine Umlaufsperre für Fußgänger und Radfahrer zu installieren, mittragen. Dieser Vorschlag der Verwaltung wurde vom Bauausschuss in einer Sitzung gegen die Stimmen der CSU-Stadträte Hans Jobst und Andrea Haslwanter abgesegnet und dem Stadtrat empfohlen. Einig war sich das Gremium darüber, die Auflassung des Bahnübergangs Rauschbergweg auch in der von der Bahn neu mitgeteilten Variante (Umlaufsperre) mit dem Neubau eines Ersatzwegs für den Verkehr weiterhin abzulehnen. Nachdem der Stadtrat im November klar gegen die Pläne der Südostbayernbahn, den Bahnübergang Rauschbergweg aufzulassen und westlich der Bahnlinie einen Ersatzweg zu bauen, gestimmt hatte, hat die Bahn mögliche Gestaltungsvarianten geprüft. Sie bietet der Stadt an, den Bahnübergang mit einer Umlaufsperre auszustatten, hält aber am Bau des Ersatzwegs entlang der Bahnlinie fest. Die Kosten für den Ersatzweg belaufen sich nach den Berechnungen der Bahn auf rund 430 000 Euro. Die Stadt als zuständiger Straßenbaulastträger wäre nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz mit einem Drittel der Gesamtkosten beteiligt. Weiter erklärte die Bahn, dass der Bau 2023 vorgesehen wäre.

Hans Jobst befürchtete, dass durch das geplante Vorhaben der Bahn der Bahnhaltepunkt in Matzing in Gefahr geraten könnte und dann »kein Zug mehr in Matzing hält.« Der Bahnübergang Rauschbergweg soll im Zuge einer neuen Bahnübergangssicherungsanlage (BÜSA) an der Bundesstraße auf Höhe der Landtechnikfirma Eder in Matzing stillgelegt werden.

Andrea Haslwanter kritisierte allgemein das Vorhaben der Bahn und fragte: »Jetzt hat es so lange funktioniert, muss man da was machen?« Wenn überhaupt, würde ihr die Stadtvariante besser gefallen, sagte sie, die trotzdem, wie Jobst, den Alternativvorschlag der Stadt ablehnte. Das letzte Wort hat jetzt der Stadtrat, der am Donnerstag nächster Woche eine Entscheidung herbeiführen muss, um der Südostbayernbahn eine Antwort zu liefern. Was die Stadtvariante betrifft, ist bis dato aber noch nichts in trockenen Tüchern. Es gibt weder einen konkreten Planungsvorschlag, noch ist der damit verbundene Grundstückserwerb geklärt. Auch müsste die Gemeinde Nußdorf mitspielen. ga