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Erst doppeltes WM-Gold, dann Vaterfreuden - Rodler im Glück

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Zweites Gold
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Fuhren in Winterberg zu ihrem zweiten WM-Gold: Toni Eggert (l) und Sascha Benecken. Foto: Caroline Seidel Foto: dpa
Natalie Geisenberger
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Holte in Winterberg ihre zweite Goldmedaille: Natalie Geisenberger. Foto: Caroline Seidel Foto: dpa

Die deutschen Rodler feiern am zweiten Tag der Weltmeisterschaften zwei Doppelsiege. Eggert/Benecken verteidigen ihren Titel bei den Doppelsitzern, Natalie Geisenberger gewinnt ihr viertes WM-Gold bei den Damen.


Winterberg (dpa) - Gerührt von dem Moment und stolz über den Gewinn des zweiten Weltmeistertitels wischte sich Sascha Benecken im Ziel die Tränen aus dem Gesicht. »Das war für uns ein sehr emotionales Rennen«, sagte der 28-Jährige.

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Und insbesondere für ihn ein ereignisreicher Tag. Er verteidigte mit seinem Doppelsitzer-Partner Toni Eggert im Duell mit Tobias Wendl/Tobias Arlt seinen WM-Titel und krönte damit eine bisher starke nach-olympische Saison. Knapp vier Stunden später verkündete er zudem die Geburt seines Sohns Jonatan.

Den goldenen Samstag der Deutschen machte Natalie Geisenberger mit ihrem vierten WM-Triumph perfekt. »Außer fantastisch kann man dazu nichts sagen«, entgegnete Eggert, der im Zielraum auch die Silbermedaille seiner Partnerin Julia Taubitz bejubelte.

»Wir haben voll angegriffen, und der Plan ist aufgegangen«, freute sich Benecken mit Blick auf das widrige Wetter. Bei Dauerregen und Temperaturen von knapp über null Grad baute das Eis immer mehr ab und wurde rauer. Das Duo reagierte mit »gewaltigen Umstellungen« am Schlitten. »Das war ein Pokerspiel«, erklärte Benecken. »Vor einem Jahr bei Olympia haben sich die Wetterbedingungen auch plötzlich geändert. Damals waren wir nicht bereit, ein Riskio einzugehen und haben das auch bezahlen müssen, sind als Favoriten nur Dritter geworden.« In Pyeongchang waren Wendl/Arlt die strahlenden Sieger gewesen. Am Samstag waren sie um 78 Tausendstel die Geschlagenen.

Bei den Damen demonstrierte Natalie Geisenberger beim deutschen Doppelsieg einmal mehr ihre Ausnahmestellung. Selbst eine kurze Rennpause unmittelbar vor ihrem Start brachte die 30-Jährige nicht aus der Ruhe. Mehr als vier Zehntelsekunden lag sie nach zwei Läufen vor Taubitz. »Nach dem Olympiasieg ist der WM-Titel das größte, was man erreichen kann. Ich bin sehr glücklich«, sagte die 30-Jährige, die am Sonntag die nächste Medaillen-Chance mit der Teamstaffel hat.

Die weiteren Deutschen konnten nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Tatjana Hüfner wurde in ihrem letzten WM-Rennen Zehnte, Dajana Eitberger enttäuschte als Zwölfte.

Senkrechtstarterin Taubitz, die gleichzeitig U23-Weltmeisterin wurde, feierte mit Platz zwei den größten Erfolg ihrer jungen Karriere. »Silber im Sprint war schon ziemlich cool, aber jetzt so richtig Vize-Weltmeisterin zu sein, ist schon toll«, sagte die 22-Jährige, die auch im Weltcup für Furore sorgt. »Julia ist unser Diamant, den man noch schleifen kann«, zollte die Olympiasiegerin ihrer Verfolgerin Respekt. Mit vier Titeln, drei Silber- und einer Bronzemedaille ist Geisenberger nun zweierfolgreichste WM-Teilnehmerin hinter Hüfner (5/1/1).