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Erste DFB-Niederlage gegen Polen - Dämpfer in EM-Quali

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Historisch
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Kein Glück: Die Nationalmannschaft erwischte mit Weltmeister Mats Hummels keinen guten Tag. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Antrittsschnell
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Immer mit Volldampf dabei: Karim Bellarabi war in der ersten Halbzeit bester Mann. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Chance
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Und der Debütant hatte auch seine große Chance, doch der Winkel war etwas zu spitz. Foto: Bartlomiej Zborowski Foto: dpa
Ordentlich
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Antonio Rüdiger machte beim Debüt gegen Robert Lewandowski ein ordentliches Spiel. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Kopfball
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Nach einem Freistoß von Toni Kroos drückt Mats Hummels den Kopfball auf den Boden und am Tor vorbei. Foto: Bartlomiej Zborowski Foto: dpa
Harmlos
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André Schürrle blieb wie seine Teamkollegen beim Abschluss zu harmlos. Photo: Thomas Eisenhuth Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Matchwinner
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Plötzlich führt Polen: Arkadiusz Milik kann eine lange Piszczek-Flanke mit dem Kopf verwerten. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Zusammenstoß
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Polens Star Lewandowski arbeitete viel und holte sich nach einem Bodycheck gegen Manuel Neuer Gelb ab. Foto: Bartlomiej Zborowski Foto: dpa
Eingewechselt
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Lukas Podolski kam kurz vor Schluss und verpasste mit einem wuchtigen Lattenschuss den Ausgleich. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa
Endstand
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Den Endstand besorgt Sebastian Mila nach einem schnellen Gegenstoß. Foto: Bartlomiej Zborowski Foto: dpa
Ausgerutscht
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Joachim Löw hat mit seinem DFB-Team in Warschau eine historische Niederlage erlebt. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa

Warschau (dpa) - Ganz bitterer Abend für die Weltmeister: Die erste Niederlage gegen Polen hat Joachim Löw und seine Titelhelden schnell wieder geerdet. Trotz großer Überlegenheit und vieler Torchancen kassierte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Warschau ein schmerzhaftes 0:2 (0:0).


In der EM-Qualifikation wurden durch die Gegentore von Arkadiusz Milik (51.) und Sebastian Mila (88.) drei wichtige Punkte verspielt und gleich mehrere tolle Serien beendet.

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Ausgerechnet im Nationalstadion von Warschau, dem Ort des 1:2 im EM-Halbfinale 2012 gegen Italien, musste sich die DFB-Auswahl nach 18 Partien wieder in einem Pflichtspiel geschlagen geben. Die letzte Auswärtspleite in einem Qualifikationsspiel lag sogar 16 Jahre zurück. Polen hatte in 18 Spielen noch nie gegen Deutschland gewinnen können, war mit seiner Defensivtaktik und zwei Nadelstichen aber erfolgreich. Die letzte Chance zur Wende verpasste der gebürtige Pole Lukas Podolski, der kurz nach seiner späten Einwechslung an der Latte scheiterte (81.).

Schon am Dienstag bietet sich die Chance zur Wiedergutmachung, wenn Irland in Gelsenkirchen der Gegner ist. Wie die Polen liegen die Iren mit sechs Punkten vor der DFB-Auswahl (3 Punkte).

«Klar, bin ich enttäuscht. Aber eigentlich kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Höchstens den, dass wir mit unseren Chancen zu fahrlässig umgegangen sind. Jetzt müssen wir die Kräfte sammeln und dann werden wir das Spiel gegen Irland gewinnen», bilanzierte Löw die bittere Niederlage im TV-Sender RTL. «Ich glaube, dass wir kein schlechtes Spiel gemacht haben. Wir haben aber leider kein Tor gemacht», haderte auch Keeper Manuel Neuer mit der Chancenverwertung seiner Vorderleute.

Die erste Auswärtspleite in einem Qualifikationsspiel seit dem 10. Oktober 1998 (0:1 in der Türkei) zeichnete sich vor der Pause überhaupt nicht ab. Nach einer längeren Anlaufphase hatte die wegen zahlreicher Ausfälle neu formierte deutsche Mannschaft die Partie fest im Griff, ließ aber bei zahlreichen Gelegenheiten vor dem Tor die Präzision und Konsequenz vermissen. Dies rächte sich sechs Minuten nach Wiederbeginn, als der frühere Bundesliga-Profi Milik die Polen mit ihrer ersten Chance in Führung brachte.

Mit dem Einsatz des Leverkuseners Karim Bellarabi sorgte Löw in seinem 115. Spiel als Bundestrainer für eine echte Überraschung. Der erste Debütant seit dem WM-Gewinn und der insgesamt 73. in der Ära Löw überzeugte auf der rechten Seite durch ein großes Laufpensum und war stark in der Balleroberung. Im Abschluss fehlte dem 24-jährigen Senkrechtstarter allerdings ebenso wie einigen seiner Kollegen die Entschlossenheit. Podolski musste lange auf seinen Einsatz warten. Erst 13 Minuten vor Schluss kam er für André Schürrle ins Spiel.

Die Sorge im deutschen Lager vor Torjäger Robert Lewandowski erwies sich als unbegründet, denn der Bayern-Angreifer war im Angriff der Polen fast völlig auf sich allein gestellt und machte vor der Pause nur einmal auf sich aufmerksam. Nach einem Konter in der 15. Minute war Antonio Rüdiger in seinem dritten Länderspiel auf der Hut und gewann das Laufduell gegen den 26-Jährigen. Doch für Lewandowski sprangen diesmal Milik und Mila als Torschützen in die Bresche.

Die mit neun Weltmeistern aufgelaufene DFB-Elf brauchte eine gute Viertelstunde, um gegen einen äußerst defensiv eingestellten Gegner ins Spiel zu finden. Die Gastgeber beschränkten sich in der ersten Halbzeit darauf, das deutsche Aufbauspiel zu stören und die Räume eng zu machen. Erst in der Schlussphase der ersten Spielhälfte übernahm die deutsche Mannschaft das Kommando und erspielte sich beste Möglichkeiten zur Führung.

In der 38. Minute schoss der am langen Pfosten freistehende Bellarabi ein Zuspiel von Mario Götze aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbei. Kaum mehr als 60 Sekunden später passte Schürrle steil auf Müller, der sich im Laufduell nach außen abdrängen ließ. Die nächste Gelegenheit leitete der Münchner mit seinem Zuspiel auf Bellarabi ein, doch der Leverkusener scheiterte an Szczesny (43.). Wenig später vergab Mats Hummels aus kurzer Distanz das zu diesem Zeitpunkt eigentlich verdiente 1:0 für die deutsche Elf.

Sechs Minuten nach Wiederanpfiff geriet die deutsche Mannschaft nach einer Fehlerkette in der Defensive völlig überraschend in Rückstand. Nach einer Kopfballabwehr von Erik Durm ließ Müller den Dortmunder Lukasz Piszczek ungehindert flanken. In der Mitte konnte Jerome Boateng den früheren Leverkusener und Augsburger Milik nicht am Kopfball hindern, auch Manuel Neuer kam nicht mehr rechtzeitig heran. Dieser Treffer ließ die Polen die Sensation wittern, auch das Publikum war plötzlich wieder da. Die Löw-Elf reagierte mit verstärkten Angriffsbemühungen. In der 55. Minute parierte Szczesny gegen Schürrle, danach schloss Durm (63.) viel zu schwach ab. Elf Minuten vor Schluss lenkte Szczesny einen Bellarabi-Knaller zur Ecke.

DFB-Bilanz gegen Polen