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Erstklassiges Turnier auf Gut Ising nur am Ende »zu nass«

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Nur zum Abschluss wurde es zu nass: Wegen des Starkregens musste der Große Preis auf Gut Ising abgebrochen werden. Ansonsten verliefen die Wettbewerbe – mit zwei Olympiasiegern und einer Weltmeisterin – vor zahlreichen Zuschauern erfreulich. (Foto: Weitz)

Nur das Ende war etwas zu nass: Das Chiemsee-Pferdefestival auf Gut Ising wurde wieder zu einem großen Erfolg für den Veranstalter. Lediglich beim abschließenden Großen Preis der Julius-Bär-Bank wurde der Regen zu stark, sodass der Wettbewerb abgebrochen werden musste.


Das tat aber der guten Stimmung bei Aktiven und Organisatoren keinen Abbruch. Zumal gleich acht der 22 Pferdesportler, die das Springen schon absolviert hatten, fehlerfrei bleiben und damit gemeinsam als Sieger gewertet wurden. Daher wurde für diese acht Sportler der Großteil des ansehnlichen Preisgeldes gleichmäßig verteilt.

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Zu den Glücklichen gehörten neben den Lokalmatadoren David Will (Ising/RuF Pfungstadt) und Tobias Bachl (RFV Pfarrkirchen) auch Rebecca Pohl (RuF Pfungstadt). Nachdem sie bei schlechter werdender Sicht den Parcours fehlerfrei absolviert hatte, fiel sie kurz nach dem Ziel vom Pferd. Doch sie blieb unverletzt – und tanzte aus Freude über ihren fehlerfreien Ritt vom Platz.

»Wir hatten die Prüfung schon vorgezogen, und zuvor hatte es nur wenig geregnet. Doch dann hat es eine Stunde lang wie aus Kübeln geregnet, da hast du keine Sicht mehr«, so Turnierleiter Josef Beilmaier über den Abbruch.

Dennoch: Mit insgesamt nach ersten Schätzungen »insgesamt über 10 000 Zuschauern« in den zwei Veranstaltungswochen verzeichneten die Gastgeber wieder eine gute Bilanz.

Das lag neben den hochkarätigen Spring- und Dressurprüfungen auch wieder am erstklassigen Teilnehmerfeld in beiden Disziplinen. Hatten in der ersten Woche (nur Springen) Weltmeisterin Simone Blum mit ihrem Sieg im Großen Preis und der Deutsche Meister Felix Haßmann mit weiteren Spitzenergebnissen geglänzt, so kamen in der zweiten Etappe sogar zwei Olympiasieger hinzu: Vielseitigkeits-Triumphator Michael Jung (RSG Altheim) ging dabei im Springen ins Rennen und gewann unter anderem eine Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S*. Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) krönte das großartige Dressurfeld, in dem alle Damen des EM-Gold-Teams – das hießt neben Werth noch Dorothee Schneider (Framersheim) und Lokalmatadorin Jessica von Bredow-Werndl (RFV Aubenhausen) – gemeldet waren. Zwar musste Schneider wegen einer Verletzung pausieren, doch so hochkarätig besetzt war die Dressur auf Gut Ising wohl noch nie.

Das liegt mit daran, dass in Ising auch Qualifikations-Prüfungen im Rahmen des Piaff-Förderpreises und des Louisdor-Preises ausgetragen werden. Ersterer ist für die besten Reiter der U 25 gedacht, der Louisdor-Preis dagegen für acht- bis zehnjährige Pferde, die künftig im noch höherwertigen Turniersport antreten sollen.

Das heißt, hier können die Topstars der Szene ihre Nachwuchspferde in hochwertigen Prüfungen an den Start bringen – und sie nutzten diese Chance. Beide Wettkampfserien werden nur an Top-Turniere vergeben. Den Piaff-Förderpreis durften die Isinger zum vierten Male austragen, der Louisdor-Preis hatte erst ein Jahr zuvor seine Premiere auf Gut Ising erlebt. Daher freut sich Petra Hofmann – gemeinsam mit Sylvia Gugler Turnierleiterin für den Dressursport in Ising – über diese »Auszeichnung für Ising.« Es gebe wohl kein vergleichbares Turnier in Deutschland, »bei dem insgesamt 32 Grand-Prix-Pferde am Start sind. Das ist ein Ritterschlag für uns.«

Dabei gewann Jessica von Bredow-Werndl die Qualifikation zum Louisdor-Preis mit Ferdinand und den Prix St. Georges mit Sir Max, Werth wurde mit Quintus Dritte des GP Special und im Louisdor-Preis mit DSP Belantis ebenfalls Dritte.

Im Springen waren auch zahlreichen heimische Sportler in den verschiedenen Wettbewerben gut platziert. Der Mix aus regionalen und internationalen Topsportlern und vielen weiteren regionalen Teilnehmern kommt bei aktiven und Publikum gut an. Zumal es für die Zuschauer ja auch im Rahmen der Isinger Marktwoche zahlreiche interessante Aussteller-Stände zu besichtigen gab, »und auch die Aussteller waren sehr zufrieden«, freut sich Beilmaier.

Nun geht es bereits an die Planungen für die nächsten zwei Turniere – jeweils in der Halle – auf Gut Ising. Vom Freitag, den 18. bis Sonntag, den 20. Oktober findet hier ein Dressurturnier statt, vom Donnerstag, den 7. bis Sonntag, den 10. November ein Springturnier. Auch dabei sind hochkarätige Teilnehmer zu erwarten – und zu nass dürfte es auf dem Reitplatz wohl auch nicht werden ... who