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Es bleibt in der Familie

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Andrea Sawatzki
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Andrea Sawatzki spielt die 50-jährige Lola. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

Verwechslungen erlebt jeder mal. Um eine ganz spezielle geht es nun in einer TV-Komödie mit Andrea Sawatzki. Und um eine Mutter-Tochter-Beziehung, die auch ihre Besonderheiten hat.


Berlin (dpa) - Im Leben ist nahezu alles möglich und im Fernsehen erst recht - da kann es sogar beim Einsetzen einer Eizelle zu merkwürdigen Verwechslungen kommen. Genau davon handelt die TV-Komödie »Es bleibt in der Familie«, die an diesem Dienstag (18. Dezember, 20.15 Uhr) bei Sat.1 zu sehen ist.

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»Ich bin hier, weil ich eine Spirale brauche, mein Freund macht nämlich immer die Kondome kaputt« - mit diesen Worten betritt Lola (Andrea Sawatzki) die Praxis ihres Gynäkologen Dr. Mertens (Simon Licht). Doch aufgrund einer Verwechslung wird ihr die befruchtete Eizelle eingesetzt, die für ihre Tochter Marie (Jennifer Ulrich) bestimmt war. Marie stattdessen bekommt dafür eine Spirale - wo sie doch so dringend schwanger werden möchte.

Ein Test belegt rasch, dass die 50-jährige Lola schwanger ist - quasi mit ihrem eigenen Enkel, aber nicht von ihrem jüngeren Freund Ash (Matthi Faust). Der mindestens ebenso geschockte Arzt greift erst zur Whiskyflasche und dann zum Scheckbuch, um Lola zu beruhigen. Kurz darauf besucht sie ihre Tochter, was alsbald zur Aufdeckung der unglückseligen Verwechslung führt.

Andrea Sawatzki (55, »Südstadt«, »Ihr seid natürlich eingeladen«) gibt ihre Figur als Mischung aus Teenager in Hot Pants und Rockerbraut mit Kettchen. Und ihr gelingt das durchaus glaubhaft. Immer mal wieder hat sie lockere Sprüche parat - was etwa angesichts des Nachamens ihres Schwiegersohns wenig überrascht: Er heißt Ständer.

Lolas knallbunte Aufmachung findet die Schauspielerin offenbar gut: »Nur durch gute Kostüme und gute Maske erwacht eine Drehbuchfigur zum Leben«, sagt Sawatzki im Sat.1-Interview dazu. »Denn nur wenn ich weiß, was meine Filmfigur trägt und wie sie unter den anderen Menschen wirken möchte, kann ich sie zum Leben erwecken und spielen. Ich liebe Lolas Kostüm«.

Marie eher weniger. Sie hadert sichtlich mit ihrem Schicksal, ihr ach so verständnisvoller Mann nervt ein wenig und will ihr ständig im bonbonfarbenen Heim ein Bad einlassen. Lola muss sich dagegen nun auf ihre Schwangerschaft einlassen, obwohl sie die Erziehung von Marie einst ihrer eigenen Mutter überlassen hatte.

In der etwas zähen Komödie geht es im Kern um eine Verwechslung, die natürlich keinem Arzt passieren dürfte. Aber es geht vor allem um eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung, die eingebettet ist in eine zunehmend absurde Story, in der Lola den Schwiegereltern von Marie als rumänische Bekannte vorgestellt wird. Das ist unnötig überzogen, zumal Mutter und Tochter in durchaus überzeugenden Dialogen einander näherkommen. Und das Baby hat am Schluss eben zwei Mütter.

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