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»Es gab viele Überlegungen und Vorschläge«

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Bleiben die Nischen eigentlich leer? – diese Frage stellte eine Leserin des Traunsteiner Tagblatts. Wir haben bei der Stadt nachgefragt. (Fotos: Reiter)
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Auf dieser Aufnahme aus dem Stadtarchiv Traunstein ist zu sehen, dass in den Nischen früher eine Marienstatue, der heilige Rupert und der Apostel Thomas standen.

Traunstein – »Was passiert eigentlich mit den Nischen der Klosterkirche? Bleiben sie leer?« Diese Fragen einer Leserin haben wir an die Stadt weitergeben – und im Archiv geblättert. Früher fanden über dem Eingang der Traunsteiner Klosterkirche eine Marienstatue, der heilige Rupert und der Apostel Thomas Platz. Nun sollen die Nischen zunächst einmal leer bleiben. Denn verschiedene Überlegungen führten bislang nicht zum Ziel. Nach wie vor offen ist auch, was die Sanierung der Klosterkirche letztlich kostete.


Das Kloster und die Kirche der Kapuziner wurden laut Stadtarchivar Franz Haselbeck 1687 bis 1690 erbaut. Am 25. August 1690 wurde die Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Auf einer Votivtafel von damals sei zu erkennen, dass es nach dem Stadtbrand von 1704 zwei Nischen rechts und links neben dem Eingangsportal gab. »Ob es ursprünglich tatsächlich nur zwei waren oder diese Darstellung der künstlerischen Freiheit geschuldet ist, bleibt unklar«, sagt Franz Haselbeck. Auch sei bei dieser Darstellung nicht zu erkennen, ob die Nischen mit Heiligenfiguren bestückt waren. Dies sei jedoch anzunehmen – »welchen Sinn sollten sie sonst gehabt haben?«, fragt der Stadtarchivar.

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Nach der Säkularisation 1802 und dem Ende des Klosters 1806 sei die Kirche als Getreidespeicher genutzt worden. »1857 bezogen die Englischen Fräulein das Kloster, das Gotteshaus wurde wieder geweiht und diente fortan als Schulkirche.« Eine zu dieser Zeit entstandene Zeichnung zeige die Fassade mit drei Nischen nebeneinander – aber noch ohne Figuren. Erst auf späteren Aufnahmen seien dann eine Marienstatue, der heilige Rupert und der Apostel Thomas zu sehen, sagt Franz Haselbeck. Interessant sei hier insbesondere deren Herkunft. »Der Apostel Thomas stammte aus der St.-Oswald-Kirche, ebenso wie Maria und Rupert.« Die beiden letzteren seien aber bereits vor dem Stadtbrand von 1851 dort entnommen worden und seien daher der unvermeidlichen Zerstörung entgangen. »Bis Mitte des 19. Jahrhunderts zählten sie wohl zur Ausstattung der Salinenkapelle. 1968 wurden die beiden stark beschädigten und verwitterten Kunstwerke den Nischen entnommen und im Rahmen der Restaurierung von St. Oswald dort am Hauptaltar wieder aufgestellt; sie gelten als die bedeutendsten Barockplastiken im Umkreis«, sagt Franz Haselbeck. Und weiter: »Das Schicksal der Thomas-Statue ist nicht bekannt.«

Doch was passiert nun mit den Nischen? »Es gab bereits viele Überlegungen und Vorschläge, welche aber alle aus denkmalschutzrechtlicher Sicht verworfen wurden«, teilt die Stadt auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts mit. In welche Richtungen diese Überlegungen gingen, dazu wollte sie nichts sagen. Zunächst einmal bleiben die Nischen also leer.

Zu den endgültigen Kosten für die Sanierung der Klosterkirche sagt Pressereferentin Agnes Giesbrecht: »Es gibt dazu noch keine Neuigkeiten, da noch nicht alle Rechnungen eingetroffen sind.« KR