weather-image
20°

»Es ist schade, dass es keine Alternativen gibt«

2.5
2.5
Bildtext einblenden
Mit ihrem Gepäck versammelten sich die Flüchtlinge auf dem Dorfplatz. Viele konnten es nicht fassen, dass sie Bergen verlassen sollen. (Foto: Artes)

Bergen – Sie konnten es nicht verstehen, dass sie Bergen verlassen müssen. Mit Tränen in den Augen verließen die Flüchtlinge am Mittwochnachmittag ihre Unterkunft am Dorfplatz. Der Pachtvertrag mit dem ehemaligen Wirtshaus war aus Kostengründen nicht verlängert worden (wir berichteten). Mit dem Bus sollte es ins rund 30 Kilometer entfernte Petting gehen. Eingestiegen sind die Asylbewerber aber nicht. Sie harren hingegen auf dem Dorfplatz aus.


Der Rückhalt in der Bevölkerung und auch das Medieninteresse am geplanten Umzug der Flüchtling war sehr groß. Viele Mitglieder des Helferkreises, Familien mit ihren Kindern und Fußballer der umliegenden Fußballvereine, in denen die Flüchtlinge zuletzt spielten, waren zum Dorfplatz gekommen. Sie alle wollten die Flüchtlinge in ihrem Vorhaben unterstützen, Bergen und damit ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen zu müssen.

Anzeige

Betroffen ist auch Bergens Bürgermeister Stefan Schneider. »Es ist schade, dass es keine Alternativen gibt.« Viele der Asylbewerber seien seit Oktober 2013 in Bergen, werden vom Helferkreis sehr vorbildlich betreut.

Florian Amann, Abteilungsleiter für Kommunales und Soziales im Landratsamt, versuchte die Flüchtlinge davon zu überzeugen, in den Bus zu steigen, der sie nach Petting bringen sollte. Andernfalls müssten sie die Fahrt dorthin mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf sich nehmen und für die Kosten auch selbst aufkommen. Doch alle 21 Flüchtlinge weigerten sich. Stattdessen nahmen sie ihr Gepäck und setzten sich als Zeichen ihres Protests auf den Dorfplatz. jar

Mehr darüber lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des Traunsteiner Tagblatts.