weather-image
15°

Es kann nur einen (Nikolaus) geben

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Zwei vergnügliche Abende bescherten Mitglieder des Fabriktheaters und des Traunsteiner Salztheaters mit ihrer »Theater-Weihnacht« im Studio 16 in Traunstein. Unser Bild zeigt von links Gerhard Brusche, Christa Fuchs, Willi Schwenkmeier, Franz-Josef Fuchs, Michaela Lucke. Der Christbaum sieht zwar ziemlich schäbig aus, hat aber immer wieder eine Rolle im Theater gespielt. (Foto: M. Heel)

Wie schon im vergangenen Jahr bescherten auch heuer Mitglieder des Fabriktheaters und des Traunsteiner Salztheaters mit ihrer »Theater-Weihnacht« den zahlreich erschienenen Besuchern im Traunsteiner Studio 16 zwei vergnügliche Abende.


Durch das Programm führte Willi Schwenkmeier, der als Nikolaus antrat und sich zunächst ausgebrannt und verdrossen gab. Das mit den Kindern ginge ja noch, aber diese Vereins- und Betriebsfeiern, zum Davonlaufen! Doch bevor er dazu kam, alles hinzuschmeißen, bot ihm Franz-Josef Fuchs als »Christmas Present Manager« seine Hilfe bei den noch ausstehenden Weihnachtseinkäufen an. Schwenkmeier akzeptierte grummelnd, zumal ihm Fuchs noch eine kräftige Brotzeit auftischte, und die Show konnte weitergehen.

Anzeige

Weiter ging es mit Gerhard Brusche, der mit der eher besinnlichen Geschichte »Es kann nur einen geben« von einem jungen Mann erzählte, der seinen (bereits kostümierten) Großvater aus dem Altersheim abholt, damit dieser im Familienkreis den Nikolaus geben kann. Leider erwischt er dabei den Falschen, und als unversehens ein zweiter Nikolaus ins Haus schneit, gefolgt vom echten Großvater, ist das Chaos perfekt. Weihnachtszeit, das ist auch die Zeit, in der man den Friedhof aufsucht, um der verstorbenen Angehörigen zu gedenken.

Nicht gerade weihnachtlich gestimmt waren allerdings Ratschkathln, klasse gespielt von Christa Fuchs und Michaela Lucke, die dabei nichts anderes im Sinn hatten, als über eine verwitwete Nachbarin und ihr ungepflegtes Grab zu lästern: »Wie die Wohnung, so das Grab!« Um dann aber, beim unerwarteten Auftauchen der Frau, vor falscher Freundlichkeit geradezu zu zerfließen.

Als »Mia zwoa« spielten Michaela Lucke und Gerhard Brusche dann überaus lebensnah ein in die Jahre gekommenes Ehepaar, das sich prinzipiell zwar gut versteht, aber noch immer an sich arbeiten muss. Vor allem dann, wenn der Gatte erkältet im Bett liegt und partout seinen Hustensaft nicht einnehmen möchte. Was hier zu allerhand Diskussionen über Schlafgewohnheiten, Ordnung beim Zeitungslesen und den richtigen Gebrauch von Zahnpasta führte, sehr amüsant und absolut treffend.

Köstlich war auch Franz-Josef Fuchs als Verkaufsgenie bzw. wie er anschließend mit haarsträubenden Argumenten dem Nikolaus einen Christbaum andrehte, eine angeblich mit Weißbier gedüngte und handgepflegte Südtiroler Riesenzwergtanne. Als Draufgabe präsentierte er die Original Schunkelhilfe von Fredl Fesl, ein Geschenk, das garantiert niemand braucht, wie er sagte. Ebenso wenig wie den kläglichen Baum, der in Wirklichkeit aus der Ukraine importiert war und prompt zu nadeln anfing. Was wiederum für helle Aufregung bei allen Beteiligten sorgte, inklusive einiger Besucher, die zu Beginn des Abends als Mitwirkende bei der Baumbeschau angeworben worden waren. Ein schön turbulentes Finale und genau richtig, um derart gestärkt die letzten Weihnachtseinkäufe in Angriff zu nehmen.

Musikalisch umrahmt wurden die Abende erneut von dem Pianisten Stefan Weißleder, bekannt aus der Formation »Quadrophoniker«, der mit nicht unbedingt weihnachtlichen Klängen sowie schrägen Gedichten das Vergnügen komplettierte. Wolfgang Schweiger