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»Es wird ein Stern aufgehen«

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Unser Bild zeigt einen der Chieminger Alphornbläser und weitere Mitwirkende des Alpenländischen Konzerts im Münster Frauenwörth auf der Fraueninsel. (Foto: Benekam)

Das passende Mittel gegen den eiskalten Ostwind mit Flockenwirbel hatten die glücklichen Besucher des zweiten Alpenländischen Adventskonzerts im Münster Frauenwörth auf Frauenchiemsee gewählt.


Die Besucher des ausverkauften Konzerts genossen im adventlich geschmückten, altehrwürdigen Münster ein buntes, vorweihnachtliches Musikprogramm mit hervorragenden Musikern aus der Region rund um den Chiemsee. Mit der »Saitenblick Musi und Dreigesang«, den »Chieminger Alphornbläsern«, der »Truchtlinger Klarinettenmusi« und den »Salonboarischen« hatte Andrea Wittmann, in deren Händen die Gesamtleitung lag, einmal mehr ein gutes Händchen in der Auswahl und Zusammenstellung der adventlichen-musikalischen Stunde, jenseits des munteren Treibens des Christkindlmarkts der Fraueninsel, bewiesen. Ihre Moderation umfasste neben der Ansage der gespielten Stücke auch tiefgründige Gedanken zum Advent.

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Nachdem weihnachtliche Orgelklänge die Besucher willkommen geheißen hatten, forderte ein imposantes Alphorn, welches vom Altarraum bis zwischen die Kirchenbänke reichte, volle Aufmerksamkeit. »Vom Halde« war der Titel des ersten Stückes, welches in durchdringender Klangschönheit im Zusammenspiel mit der Orgel (Wittmann) im Kirchenschiff wider hallte. Dass die Kälte draußen blieb, dafür sorgte der dreistimmige Gesang mit Harfe von der Saitenblick Musi: »Auf Weihnacht duads zuageh«, in warmer Stimmfärbung und harmonischem Zusammenklang, wie er schöner kaum sein kann.

Die heitere Note brachten die »Salonboarischen« mit ihren Stücken ins Konzert ein. Das virtuose Ensemble in wechselnder Instrumentierung mit Diatonischer Ziach, Geige, Kontrabass, Scherrzither und Harfe verbreitete mit »Zur Adventsstund«, »An Moa Franz seiner« oder »Scherrzitherlandler« schwungvoll-heitere Stimmung. Mit Geige und Akkordeon ließen sie in »Über die Alm her« ein zartes Funkeln von Eiskristallen in der aufgehenden Sonne eines Wintermorgens assoziieren. Dabei verschmolzen die Klänge der beiden Instrumente in wunderschöner Melodik. Mit Tuba, Harmonika und Klarinette brachte die »Truchtlinger Klarinettenmusi« mit »Boarischer auf Weihnacht’« zum Schwärmen. Bei »A Staada Jodler« gesellten sich zwei Harfen zur »Klarinettenmusi«, die das anrührende Jodeln von Andrea Wittmann klangschön unterlegten. Den besonderen Reiz dieses Alpenländischen Adventskonzerts machten sicherlich die wechselnden Instrumentierungen aus: Die Alphörner - in bestem Vorspiel, durchdringend, volltönig »geerdet«, auch optisch ein echter Hingucker. Die klaren Singstimmen der »Saitenblickmusi«, zusammen mit Harfen-, Zither- und Gitarrenklängen, kontrastierten mit zärtlicher Leichtigkeit. Die »Salonboarischen« und die »Klarinettenmusi« erfreuten mit heiter-fröhlichen Melodien in allerfeinster volksmusikalischer Manier.

»Zeit nehmen für die innere Einkehr, den Blick einmal nach innen richten, lauschen, in sich hinein spüren und dann die Kraft finden, zu verzeihen, neue Entschlüsse zu fassen, Verständnis für den Nächsten aufzubringen« – das alles, so Wittmann, mache Weihnachten aus. All diese schönen Dinge gaben die ambitionierten Musiker ihren Zuhörern mit auf den Nachhauseweg. Bei einem gemeinsamen Lied, »Es wird ein Stern aufgehen«, klang das Konzert, für das sich die Besucher mit kräftigem Applaus bedankten, mit schönen Gedanken und weihnachtlicher Musik leise aus. Kirsten Benekam

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