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Es wird immer bedrohlicher: Schlusslicht Augsburg verliert Derby

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VfB Stuttgart - FC Augsburg
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Ibrahima Traoré (l) war an beiden Toren von Stuttgart beteiligt. Foto: Bernd Weißbrod Foto: dpa

Stuttgart (dpa) - Nach einer bitteren Pleite im Schwaben-Derby wird die Situation für Trainer Markus Weinzierl beim FC Augsburg immer bedrohlicher. Das Tabellenschlusslicht kassierte beim VfB Stuttgart mit einem unnötigen 1:2 (1:1) bereits die neunte Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga.


Seit sieben Spielen warten die über weite Strecken harmlosen Augsburger auf ihren zweiten Sieg. Vom Manager Jürgen Rollmann bekam Weinzierl unmittelbar nach der Partie aber eine Jobgarantie. «Ich gehe mit ihm auch ins Spiel gegen Freiburg», kündigte er an. Und Rollmann sagte auch das noch: «Wundertrainer sitzen nicht auf Bäumen, die man runterpflücken kann.»

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Ausgerechnet der ehemalige Augsburger Ibrahima Traoré hatte die Stuttgarter vor 38 940 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena früh in Führung gebracht (11. Minute). Ja-Cheol Koo (44.) konnte Sekunden vor der Pause zwar ausgleichen. Mit seinem siebten Saisontor machte Vedad Ibisevic (69.) aber den fünften Saisonsieg der Stuttgarter perfekt, die ihrerseits den Kontakt zu den internationalen Rangen (19 Punkte) hielten. Augsburg bleibt mit sieben Zählern am Tabellenende.

Bevor es losging, gedachten beide Mannschaften und die Zuschauer erstmal der Opfer der Brandkatastrophe in Titisee-Neustadt. Als Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock die Partie anpfiff, waren es die Hausherren, die den Ton angaben. Nach nur fünf Minuten verpasste Augsburg-Schreck Martin Harnik - in der vergangenen Saison erzielte der Österreicher drei der fünf Stuttgarter Tore gegen Augsburg - eine Hereingabe mit dem Kopf. Kurz danach spitzelte sein Landsmann Raphael Holzhauser den Ball knapp am Augsburger Tor vorbei.

Er war ebenso neu in die Startformation gerückt wie Traoré. Nur zielte der Offensivspieler aus Guinea nach maßgerechtem Querpass von Ibisevic genauer. Der Jubel des Torschützen fiel zurückhaltend aus: Traoré war vor gut anderthalb Jahren mit Augsburg aufgestiegen.

Das Bemühen war seinen Ex-Teamkollegen nicht abzusprechen. Allein die Mittel fehlten bisweilen. Im Mittelfeld versuchten Kapitän Daniel Baier und der für Kevin Vogt nach dem 1:1 gegen Mönchengladbach ins Team gerückte Andreas Ottl, das Spiel zu ordnen. Sturmspitze Sascha Mölders bekam dennoch nur wenig Zuspiele. Ein Distanzschuss musste zum Ausgleich herhalten, als sich Koo ein Herz fasste und den Ball mit links in den Winkel drosch. Das Jubel-Tänzchen im Gangnam-Style ließ sich der Südkoreaner nicht nehmen.

Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia nahm zur Pause Harnik vom Feld und brachte Tunay Torun. An der ersten Chance nach dem Seitenwechsel für den VFB waren aber der aufgerückte Abwehrspieler Gotoku Sakai und wieder mal Traoré beteiligt. Der Stuttgarter Angreifer ließ die Gelegenheit aus bester Position mit dem Kopf aber ungenutzt. Bei Ibisevics Treffer legte er per Freistoß auf. Am Ende prüften die Augsburger VfB-Keeper Sven Ulreich mehrfach, aber der Ball wollte wie Sekunden vor Schluss beim Versuch von Aristide Bancé partout nicht über die Torlinie. «Es ist sehr deprimierend. Wir müssen uns schütteln und das aus dem Kopf kriegen», meinte Manager Rollmann.

Spieldaten

Ballbesitz in %: 52,7 - 47,3

Torschüsse: 10 - 16

gew. Zweikämpfe in %: 49,5 - 50,5

Fouls: 14 - 17

Ecken: 1 - 5

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