Ismail Jakobs
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Ex-Bundesliga-Profi Ismail Jakobs (r) kam zu seinem WM-Debüt. Foto: dpa

Ex-Kölner Jakobs vom Tribünengast zum WM-Spieler

Doha (dpa) - Diese sieben Worte seines Trainers wird Ismail Jakobs wohl nie vergessen. »Hol' deine Sachen, du kannst doch spielen«, sagte Senegals Trainer Aliou Cissé dem gebürtigen Kölner zwei Stunden vor dem WM-Auftaktspiel gegen die Niederlande.


»Im Meeting kam plötzlich der Teammanager rein und hat mit dem Trainer geredet. Nach dem Meeting hat der Trainer mich dann zur Seite genommen«, sagte Jakobs der dpa. In der 62. Minute wurde der 23-Jährige für den verletzten Leipzig-Profi Abdou Diallo eingewechselt.

Erst am Spieltag selbst hatte die FIFA den Nationalitätenwechsel genehmigt und positiv über die Spielberechtigung von Jakobs entschieden. »Hätte es diese Problematik nicht gegeben, hätte ich von Anfang an gespielt«, sagte der Profi der AS Monaco. Trotz der Niederlage ist Jakobs optimistisch für die weiteren Gruppenspiele gegen Gastgeber Katar und Ecuador: »Wir haben gut gespielt und gehen deshalb mit Selbstvertrauen in diese Spiele. Natürlich glauben wir daran, Katar schlagen zu können.«

Der Außenverteidiger gab sich zuversichtlich, dass die Mannschaft den Ausfall von Superstar Sadio Mané kompensieren könne. »Die Jungs, die vorn gespielt haben, haben es echt gut gemacht. Es ist ihre Chance, sich ins Rampenlicht zu spielen. Aber natürlich tut es weh, dass Sadio nicht spielen kann«, sagte Jakobs. In der Offensive Senegals ragte Ismail Sarr vom FC Watford heraus, der Bayern-Verteidiger Matthijs de Ligt immer wieder große Probleme bereitete.

Der Sohn einer deutschen Mutter und eines senegalesischen Vaters hatte 2021 noch mit der deutschen U21-Auswahl den EM-Titel geholt, sich danach aber für den afrikanischen Verband entschieden. Im September dieses Jahres bestritt der 23-Jährige erstmals zwei Freundschaftsspiele für die Löwen von Teranga. Jakobs durchlief diverse Jugendmannschaften des 1. FC Köln und debütierte für die Rheinländer auch in der Bundesliga, ehe er 2021 in die französische Ligue 1 zum Spitzenclub AS Monaco wechselte. 

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