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Exkursion im Lattengebirge

Berchtesgaden - Aufgrund einer Anregung des Hochwildhegegemeinschaftsleiters Werner Schmölzl fand kürzlich ein interessanter Waldbegang im Lattengebirge statt. Mit dabei waren auch Vertreter der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein.

Nachdem Hans Niederberger, Vorsitzender der Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Landesjagdverband Bayern, alle Teilnehmer begrüßt hatte, blickte Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller in seiner Einführung auf die Vergangenheit und die Problematik des Bereiches Lattengebirge zurück. Er erläuterte die Entwicklung und die Standorte, die anschließend Inhalt des Begangs waren.

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Nach kurzer Fahrt in Richtung Weißwand wurde der erste Punkt besichtigt. Zu sehen war ein erfreuliches Waldbild mit stufigem Aufwuchs vieler standortgerechter Baumarten. Dieser naturnahe Mischwald hat sich aufgrund von optimalem Lichteinfall und anhaltenden jagdlichen Bemühungen prächtig entwickelt. Auf der Fahrt zur Moosenalm wurden noch mehrere Punkte besichtigt, die durchwegs positive Waldbilder zeigten.

Beeindruckt waren dann alle Teilnehmer, als die große Windwurffläche auf der Moosenalm besichtigt wurde. Auf einer Fläche von rund 300 Hektar, auf der eigentlich Fichtenreinbestand war, hatte der Sturm ganze Arbeit geleistet. Der gesamte Baumstand lag damals kreuz und quer. Dr. Müller berichtete über die Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung des Holzes. Die Bäume wurden mit Ästen unter Einsatz von Seilbahnen aus der Fläche entfernt. Dieser Schlagabraum führt jedoch zu Nährstoffverarmung, die nun Probleme bei der Wiederaufforstung bereitet.

Der Forstbetriebsleiter wies auch auf die jagdliche Situation auf dieser Fläche hin. Aufgrund des Aufwuchses von Pioniergehölzen ist das Wild kaum sichtbar, eine Bejagung sei äußerst schwierig. Nach mehreren Diskussionsbeiträgen der Beteiligten war man sich einig, dass der Aufwuchs auf dieser Fläche gesichert werden müsse. Hans Niederberger bemerkte, dass man aber den Jagddruck von den Almflächen wegnehmen könnte. Man sollte nur dort, wo dies erforderlich ist, konsequent jagen. Alle Teilnehmer waren sich am Ende einig, dass derartige Veranstaltungen vor allem Vertrauen und gegenseitiges Verständnis fördern. R.K.