Extrem-Bergläufer Hannes Namberger startet am Freitag beim Ultra-Trail Mont Blanc

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Hannes Namberger geht mit einem guten Gefühl in den Ultra-Trail Mont Blanc. (Foto: Philipp Reiter)

Für Hannes Namberger steht am Wochenende der Höhepunkt seiner Saison an: Der Ruhpoldinger Extrem-Bergläufer startet am Freitag in Chamonix beim Ultra-Trail Mont Blanc – über eine Strecke mit 170 Kilometern und 10 000 Höhenmetern. Sein Ziel dabei: »Ich will meine optimale Leistung abrufen. Bei einer perfekten Leistung wird es ein gutes Rennen. Aber das will ich nicht an einer Zeit oder Platzierung festmachen. Mein Ziel ist, dass ich hinterher sagen kann: Das passt.«

Zwar geht Hannes Namberger mit einem guten Gefühl an den Start, trotzdem sagt er: »Das wird mein erster 100-Meiler und das ist noch mal eine ganz andere Kategorie. Das Rennen dauert immerhin fast 24 Stunden, es wird also sehr lang und sicher hart.«

Schon seit Montag ist der Ruhpoldinger vor Ort. In Frankreich standen noch ein paar schnelle Sprints und vor allem viele Medientermine auf dem Programm. »Ich bin jetzt das vierte Mal da und es ist immer geil«, berichtet der 32-Jährige. »Es sind viele Läufer da, es dreht sich hier alles nur um den Sport, das ist wirklich ein cooles Gefühl. Hier liegt Sport in der Luft.« Allerdings achtet Hannes Namberger auch darauf, dass es in den Tagen vor dem Wettkampf nicht nur um den Sport geht. »Die Nervosität steigt ein bisschen und ich versuche, mich so gut es geht abzulenken«, erzählt der Bundespolizist. »Ich habe ein paar Bücher dabei oder schaue Filme. Und ich versuche, ganz viel zu essen.« Als kleines Ritual gibt es vor dem Rennen für Hannes Namberger immer eine Gemüsepfanne mit viel Gemüse, Reis und Kartoffeln.

Spätestens ab dem heutigen Donnerstag kehre auch mehr Ruhe ein. »Ich will in meinen Tunnel«, sagt der Ruhpoldinger. Denn neben der Nervosität steigt auch die Vorfreude: »Ich habe richtig Bock zu laufen.« Schließlich sind die Voraussetzungen gut, auch wenn er in der Vorbereitung ein wenig ausgebremst wurde. »Es ist immer eine Gratwanderung zwischen topfit und zu viel«, weiß der Bergläufer. »In der Vorbereitung lief nicht alles astrein und vor ein paar Wochen hat mein Körper gestreikt. Ich musste dann fünf Tage aussetzen.« Geschadet habe das aber nicht: »Die Paus war genau richtig«, ist Hannes Namberger überzeugt. »Ich weiß, dass ich jetzt volle Tanks habe, um am Wochenende Gas zu geben.« jom