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Ex-Wikileaks-Sprecher: Brauchen mehr «digitale Empathie»

Neumarkt (dpa) - Wüste Beschimpfungen im Internet sind normal, «Shitstorms» eine Art digitaler Freizeitsport. Auch bei der Piratenpartei.

Eines ihrer prominentesten Mitglieder, Ex-Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg, ruft Partei und Internet-Gemeinde auf, die Selbstbeschäftigung zu hinterfragen und mehr «digitale Empathie» zu zeigen.

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«Da gibt es definitiv Aufholbedarf. Wir sind eine junge Partei, das Entwickeln von digitaler Empathie steckt noch in den Kinderschuhen», sagte Domscheit-Berg am Samstag der Nachrichtenagentur dpa beim Piraten-Parteitag in Neumarkt. Seine Frau Anke kandidiert für die Piratenpartei in Brandenburg für den Bundestag.

Die Piraten könnten wichtige digitale Kompetenzen ins Parlament einbringen. Scheitere die Partei im Herbst an der Fünf-Prozent-Hürde - wonach es momentan aussieht - wäre das eine vertane Chance für Deutschland. «Ich glaube nicht, dass es der Bewegung Piraten den Garaus macht. Aber wir haben nicht beliebig Zeit, um Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen», sagte Domscheit-Berg, der nach Differenzen mit Wikileaks-Chef Julian Assange vor Jahren der Enthüllungsplattform den Rücken kehrte.