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Falco lebt – auf der Bühne

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Nicht nur stimmlich wie das Original: Falco-Interpet Alexander Kerbst im k1. (Foto: Heel)

»Muss ich denn sterben, um zu leben?« sang er auf seiner letzten, posthum veröffentlichten Single »Out of the Dark«. Das wohl nicht gerade, immerhin hatte der Wiener Superstar bereits zu Lebzeiten um die sechzig Millionen Platten verkauft und war bislang der einzige, der mit einem deutschsprachigen Lied (»Rock me Amadeus«) an die Spitze der amerikanischen Single-Charts gelangte. Aber Fakt ist auch, dass Falcos musikalisches Lebenswerk auch 15 Jahre nach seinem tragischen Unfalltod in der Dominikanischen Republik noch ungemein populär ist, seine Songs in Clubs geremixed werden, es mit »Falco meets Amadeus« ein Musical über ihn (und Mozart als seinen Ratgeber) gibt, und die Tribute-Show »Rock me Amadeus« den Falco-Kult weiter anheizt.


So jetzt auch im Traunreuter k1, wo der Musicalstar Alexander Kerbst mit seiner Band »Kick it like Falco« samt zweier Backgroundsängerinnen die etwa 400 Besucher mit den vielen Hits des Wiener Falken auf Fahrt brachte. Etwas zögerlich zunächst, da Kerbst im ersten Teil neben Erfolgstiteln wie »Egoist« oder »Junge Römer« auch weniger Bekanntes wie »Monarchy now« oder »Dance Mephisto« präsentierte. Aber spätestens nach der Pause, nach dem »Kommissar«, der »Jeanny« und »Out of the Dark« kam dann mächtig Stimmung auf, die sich bis zum pompösen Finale mit »Rock me Amadeus« noch kräftig steigerte.

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Was nicht verwunderte, da Kerbst genauso sang, aussah und sich bewegte wie sein legendäres Vorbild, er (auf sympathische Weise) genauso exzentrisch, arrogant und unnahbar rüberkam, wie der »rappende Meister der Dekadenz« es gehalten hatte. Erstklassig auch die vierköpfige Band, die mit harten, wuchtigen Rock-Beats die Songs vorantrieb und für einen angemessen fetten Sound sorgte, der von den beiden stimmgewaltigen Sängerinnen kongenial gekrönt wurde. Nicht zu vergessen die tollen Licht- und Multimedia-Effekte, die den Auftritt zusätzlich glänzen ließen und die Show perfekt machten. So überraschend wie passend dann noch, dass zum Abschluss noch Bob Dylans »It's all over now, Baby blue« zur Geltung kam, denn »Was vorbei is, is vorbei …« Leider! Wolfgang Schweiger