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Fall Breno: Strafrechtsexperte gibt Hoeneß Recht

München (dpa) - Nach seinem umstrittenen Vergleich von Fußballern mit Maurern im Fall Breno erhält Bayern-Präsident Uli Hoeneß Unterstützung vom Münchner Strafrechtsexperten Thomas Pfister.

Haftstrafe
Breno wurde wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

«Herr Hoeneß hat Recht, dass es ein existenzgefährdendes Urteil gegen den Fußballspieler ist», sagte der renommierte Anwalt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Dennoch kritisiert Pfister die Art und Wiese der Äußerungen von Hoeneß: «Eine stille Art der Diplomatie wirkt bei der Justiz besser, als in der Öffentlichkeit den Poltergeist zu spielen.»

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Der ehemalige FC-Bayern-Verteidiger Breno war in München wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Hoeneß hatte daraufhin die Frage aufgeworfen, ob bei Urteilen nicht differenziert werden müsse zwischen «einem Maurer, der seinen Beruf weiter ausüben kann, wenn er wieder rauskommt, und einem jungen Fußballspieler, der absolut nichts anderes kann als Fußball spielen».

Hoeneß hatte für diesen Vergleich viel Unverständnis erhalten. «Gott sei Dank macht die deutsche Justiz keinen Unterschied darin, welchen Beruf einer hat. Breno hat die Tat selbst verschuldet und zu verantworten», sagte Martin Bader, Manager des 1. FC Nürnberg.

«Vor dem Gesetz sind alle gleich - dieser Satz klingt natürlich schön», widerspricht Anwalt Pfister, «aber die Richter müssen auch darauf achten, wie eine Strafe auf den Angeklagten wirkt. Und dieses Urteil birgt für Breno tatsächlich eine empfindlichere Härte als für einen Handwerker.» Eine Bewährungsstrafe gegen den 22-jährigen Brasilianer, wie von Hoeneß gefordert, wäre «zwar ein sehr mildes, aber mögliches Urteil» gewesen, meinte Pfister.

Das Landgericht München sah es Anfang Juli als erwiesen an, dass Breno im vergangenen Jahr vorsätzlich seine Villa im Vorort Grünwald in Brand gesteckt hat. Brenos Verteidigung hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes ist nicht vor Spätherbst zu rechnen.