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Falsch getankt: Welche Kosten fallen an? Und zahlt die Vollkasko?

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Falsch getankt: Was tun? Kosten bei Verwechslung an der Tankstelle
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Böse Verwechslung an der Zapfsäule: Nachdem man falschen Kraftstoff getankt hat, sollte man keinesfalls den Motor starten. So verhindert man zumindest einen teuren Motorschaden. (Foto: pixabay/Symbolbild)

Einmal nicht aufgepasst und schon landet der falsche Kraftstoff im Tank: Benzin statt Diesel getankt oder Diesel in den Benziner gefüllt? Jetzt fragen Sie sich: Was können Sie tun? Welche Kosten kommen für das Auspumpen nun auf mich zu? Zahlt womöglich eine Versicherung den Schaden?

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Falsch getankt: Was tun?

Sie haben Benzin und Diesel verwechselt. Das wichtigste ist jetzt, den Motor auf keinen Fall zu starten oder sofort wieder abzustellen. Dies gilt auch bei geringen Mengen des falschen Treibstoffs! Der Tank und möglicherweise weitere Bauteile wie Pumpen, Filter, Einspritzdüsen oder auch der Motor müssen umgehend abgepumpt und ausgespült werden.

Sie sollten Ihren Wagen also keinesfalls starten – auch nicht um ihn nur kurz von der Tankstelle wegzufahren. Wenn das Fahrzeug bereits mit dem falschen Kraftstoff betrieben wurde, kann dies zu einem Motorschaden bis hin zum Totalschaden führen.

Helfen kann nach der Falschbetankung nur eine Werkstatt. Sie sollten also einen Abhol- bzw. Abschleppservice organisieren, um den Motor nicht starten zu müssen. Bei der Reparatur wird dann der Tank ausgepumpt. Wichtige Fragen sind dabei insbesondere, ob der Motor mit dem falschen Kraftstoff noch nicht gestartet wurde oder bereits lief und ob mit dem Auto schon gefahren wurde und es während der Fahrt stehen blieb.

Was für Kosten kommen auf mich zu?

Die Hersteller schreiben bei einer Falschbetankung verschiedene Maßnahmen vor. Je nach Größe des Schadens reichen die nötigen Arbeiten vom Auspumpen und Spülen der Kraftstoffanlage bis hin zum Ersatz von betroffenen oder beschädigten Bauteilen. Im schlimmsten Fall liegen die Kosten beim Totalschaden. Auch wenn der Motor schon in Betrieb war, ist mit dem Austausch von beschädigten Teilen und damit mit Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro zu rechnen.

Normalerweise liegen die Werkstattkosten für das Auspumpen der Kraftstoffanlage je nach Anbieter etwa bei 150 bis 200 Euro. Weitere 100 Euro können für die Überprüfung des Kraftstofffilters anfallen. Für die Entsorgung des alten Kraftstoffs können weitere 250 Euro anfallen. Alles in allem wird das Auspumpen und Reinigen bei rund 500 Euro oder darüber liegen. Wird aber zum Beispiel die Dieselpumpe zerstört, fallen gerne einmal Kosten von 2000 bis 3000 Euro an.

Übernimmt die Versicherung den Schaden?

Wer sich als Falschtanker an seine Haftpflicht- oder Vollkasko-Versicherung wendet, wird dennoch auf seinen Kosten sitzen bleiben. Denn die kommen für diesen Schaden nicht auf. Zunächst wird das Falschtanken meistens als grob fahrlässiges Handeln eingestuft – und ist damit nicht mitversichert. Zudem begründet ein Urteil des Kammergerichts Berlin aus dem Jahr 2011, dass auch die private Haftpflicht die Kosten nicht übernimmt, da die eigentlichen Schäden erst durch den Gebrauch des Fahrzeugs entstehen.

red Traunsteiner Tagblatt