Falscher Arzt im Impfzentrum Rosenheim – Beschäftigung in weiterem Impfzentrum aufgedeckt

Ein Arzt hält ein Stethoskop in der Hand
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Foto: picture alliance/Patrick Seeger/dpa/Symbolbild

Rosenheim/Karlsfeld – Durch die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim werden aufgrund einer Anzeige des Malteser Hilfsdienstes, als Betreiber des Impfzentrums Rosenheim, Ermittlungen gegen einen 49-jährigen Beschuldigten geführt. Der aus dem Landkreis München stammende Mann soll sich als Arzt ausgegeben haben und als solcher gegen Entgelt im Impfzentrum Rosenheim tätig gewesen sein. Es besteht der Verdacht, dass er über keine Zulassung als Arzt verfügt und seine Einstellung mittels einer gefälschten Approbationsurkunde erschlichen hat. Der Beschuldigte befindet sich in dieser Sache zwischenzeitlich in Untersuchungshaft.


Im Impfzentrum Rosenheim wirkte der Beschuldigte von Anfang Januar 2021 bis 24. März an über 1300 Impfungen mit, wobei er jeweils die zu impfende Person aufklärte, aber die Verabreichung des Impfstoffs an eine medizinische Fachkraft delegierte. Eine eigenhändige Verabreichung von Impfstoff durch den Beschuldigten in Rosenheim ist bislang nicht bekannt.

Weiterhin wurde zwischenzeitlich bekannt, dass der Beschuldigte außerdem im März 2021, ebenfalls gegen Entgelt, in Karlsfeld (Landkreis Dachau) im dortigen Impfzentrum tätig war, wobei er dort bei ca. 40 bis 50 Personen selbst Impfstoff gespritzt haben soll. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand kam es bei den Geimpften dabei zu keinen gesundheitlichen Komplikationen, die nicht typische Nebenwirkungen einer Corona-Schutz-Impfung waren.

Die Frage, ob der Beschuldigte noch anderweitig als Arzt, insbesondere bei weiteren Impfzentren, tätig war, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Der Sachverhalt wird unter allen rechtlichen Gesichtspunkten geprüft. Vorrangig wird derzeit eine Strafbarkeit unter den Gesichtspunkten der Urkundenfälschung, des Betrugs und der (gefährlichen) Körperverletzung abgeklärt. Der Verdacht der Körperverletzung besteht, da der Beschuldigte nicht über die erforderliche Qualifikation als Arzt verfügt und damit bereits die (angeblich) ärztliche Mitwirkung an einer Impfung bzw. die Verabreichung der Injektionen juristisch unter den Tatbestand der Körperverletzung fällt, auch wenn es zu keinerlei Schädigungen der Geimpften kam. Dem Beschuldigten droht Gesamtfreiheitsstrafe bis zu 15 Jahre.

fb/red