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Gemeinderat diskutiert Info-Flyer zum Bürgerentscheid – Bernhard Oeggl kritisiert Abbildungen

»Falscher Eindruck« befürchtet

Bischofswiesen – In »stundenlanger Kleinarbeit«, wie Bürgermeister Thomas Weber am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung sagte, hat eine Arbeitsgruppe einen Flyer ausgearbeitet.

Eine Arbeitsgruppe aus den Fraktionsvorsitzenden im Bischofswieser Gemeinderat hat den Flyer in stundenlanger Kleinarbeit ausgearbeitet und über jeden Satz diskutiert, berichtete Thomas Weber in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, als er das Informationsblatt für alle Bischofswieser Haushalte vorstellte. Foto: Voss

Darin wird der Bürgerentscheid am 24. September genau erklärt, sprich beide Varianten des neuen Bürgerzentrums aufgelistet. Damit können die Bischofswieser beide Möglichkeiten, Rathaus-Abriss oder Erhalt, vergleichen. Das Faltblatt ist ab 26. August in den Briefkästen der Bischofswieser Bürger.

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Thomas Weber hat dem Gremium am Dienstag den Flyer vorgestellt, der am Mittwoch in den Druck gegangen ist. Darin wird unter anderem auf eine Informationsveranstaltung zum Bürgerentscheid am 11. September um 19 Uhr in der Turnhalle Bischofswiesen hingewiesen. Kritik gab es vonseiten weniger Gemeinderatsmitglieder zu der Darstellung auf den Innenseiten des Faltblatts.

Dort sind die beiden Varianten A und B erläutert und mit je zwei Bildern versehen. Eines zeigt je die zukünftige Außenansicht der Gebäude, die die Architekten geplant haben. Das Zweite je das Modell. Nun kritisierte unter anderem dritter Bürgermeister Bernhard Oeggl (CSU), dass die Außenansicht der beiden Varianten nicht aus demselben Blickwinkel dargestellt ist.

So sieht der Stimmzettel aus:
(oben rechts auf den Doppelpfeil klicken zum Vergrößern)

So sieht der Abstimmungszettel für die Bürger aus. Dieses Muster ist auf dem Flyer abgedruckt, den jeder Haushalt erhält. (Fotos: Voss)

Das bedeutet, bei der Variante A wurde eine Weitwinkelaufnahme verwendet, während bei B Rathaus und das zusätzliche Bürgerzentrum aus der Nähe abgebildet wurden. »So könne der Eindruck entstehen, dass das Haus bei Variante A kleiner ist«, vermutete Oeggl. Dass der Betrachter durch die Abbildungen einen falschen Eindruck bekommt, wie die Gebäude dann tatsächlich aussehen, das befürchtete auch Josef Angerer (SPD). Weber sagte, die Bilder hat er so von den beiden Architekturbüros bekommen. Es gehe nicht um genaue Details zu den beiden Varianten sondern nur um die Grundsatzfrage: Rathaus abreißen ja oder nein.

Vor der Diskussion hatte der Bürgermeister eindringlich darum gebeten, nicht mehr über den Inhalt des Flyers zu diskutieren. Denn darüber hatte sich die Arbeitsgruppe, in der auch die Fraktionssprecher aus dem Gemeinderat mitbestimmen durften, bereits ausgiebig beschäftigt. »Wir haben ihn bestmöglich ausgearbeitet und es ist aus meiner Sicht ein Flyer, der seinen Zweck erfüllt«, sagte auch Hans Metzenleitner (SPD), der Teil der Arbeitsgruppe war.

Marlies Moderegger (Bündnis 90/Die Grünen) merkte einen anderen Kritikpunkt an. Einige Gemeinderäte hatten den Flyer vor der Sitzung per E-Mail bekommen, andere nicht. Da dies laut Moderegger schon des Öfteren vorgekommen ist, machte sie ihrem Ärger Luft und sagte: »Dass es hier im Gemeinderat eine gewisse Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt, habe ich ja schon öfter bemängelt.«

Auf der Rückseite des Flyers finden die Bürger neben dem Hinweis auf die Bürgerversammlung auch ein Muster des Stimmzettels für den Bürgerentscheid und eine Erläuterung dazu. Annabelle Voss