Fast 50 Feuerwehren bis in die Nacht im Unwettereinsatz

Bildtext einblenden
Fast 50 Feuerwehren im Landkreis Traunstein waren am Samstagabend nach Sturm und Regen im Einsatz. In den meisten Fällen mussten sie Bäume beseitigen, die auf die Straßen gefallen waren. Einen Schwerpunkt bildete der Bereich der Stadt Traunreut. Die Feuerwehr Taching (erstes Foto) musste dreimal ausrücken, die Feuerwehr Traunreut (zweites Foto) insgesamt 37-mal. (Fotos: Hobmaier)
Bildtext einblenden

Die heimischen Feuerwehren waren am Samstagabend im gesamten Landkreis Traunstein gefordert: Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, fielen auf Fahrzeuge und Gebäude. Teilweise mussten Keller von Wasser befreit werden. 36 Einsätze meldete allein die Feuerwehr Traunreut. Insgesamt führte das kurze, aber starke Gewitter zu rund 200 Einsätzen. Bis etwa 23 Uhr waren Feuerwehren unterwegs. Etwa 700 Helfer von rund 50 Feuerwehren waren ausgerückt. Größere Schäden wurden nicht bekannt, verletzte Personen wurden keine gemeldet. 


Als der Wind gegen 18.40 Uhr stark auffrischte und stellenweise orkanartige Böen in Verbindung mit Regenschauern einsetzten, ließen die ersten Feuerwehralarmierungen der Integrierten Leitstelle nicht lange auf sich warten. Die Feuerwehren Seebruck, Staudach, Obing, Traunreut und Stein wurden fast im Sekundentakt mit dem Einsatzstichwort »Technische Hilfe – Unwetter« alarmiert. Die Alarmwelle dauerte bis etwa 21 Uhr. Das starke Gewitter selbst war insgesamt rasch über die Region gezogen, so dass es vielerorts binnen 30 Minuten wieder vorbei war.

In Staudach forderte die Polizei die Feuerwehr zur Unterstützung an. Dort waren Bäume auf parkende Autos gestürzt, ein Stromkasten war ebenfalls getroffen worden. Dies führte zu einer kurzfristigen Stromabschaltung. Die Feuerwehr Schleching wurde indes auf die Bundesstraße 307 zur Beseitigung umgestürzter Bäume alarmiert und war etwa eineinhalb Stunden im Einsatz. Die Aktiven in Hammer mussten zu zwei Einsätzen ausrücken. Dabei galt es Bäume von den Straßen zu beseitigen. Die Feuerwehr Ruhpolding musste unter anderem eine Stauung in einem Bach lösen, da er überzulaufen drohte. Die Feuerwehren Grassau, Übersee und Marquartstein waren ebenfalls zur Beseitigung von Unwetterschäden im Einsatz.

Im Gemeindebereich Chieming waren die Feuerwehren Chieming und Hart unterwegs. Auch hier war die Motorsäge das Haupteinsatzmittel. Zwischen Nußdorf und Sondermoning war ein größerer Baum über die Fahrbahn gefallen und musste beseitigt werden. Von den Feuerwehren der Stadt Traunstein war lediglich die Feuerwehr Kammer im Einsatz. Zwischen Rettenbach und Langmoos blockierten mehrere Bäume die Fahrbahn und mussten mit Unterstützung eines Landwirts beseitigt werden.

Einen Einsatzschwerpunkt bildete das Stadtgebiet von Traunreut. Dort waren mehrere Feuerwehren alarmiert worden, um Unwetterschäden zu beseitigen. 37 Einsätze meldete die Feuerwehr Traunreut, aber auch in Stein an der Traun waren die Aktiven bis tief in die Nacht gefordert, um die Einsatzstellen abzuarbeiten. Nahe dem Friedhof fiel ein Baum über zwei parkende Autos. Die Feuerwehr Pierling wurde zu einem umgestürzten Baum auf die Kreisstraße TS 1 nahe des Kreisverkehrs Hurt-öst gerufen.

Mehrmals musste auch die Feuerwehr Fridolfing zu Einsätzen ausrücken. Neben mehreren umgestürzten Bäumen wurde die Feuerwehr in den Ortsteil Strohhof gerufen. Dort war Wasser in einen Keller eingedrungen. Die Feuerwehren Taching, Tengling und Kay waren ebenfalls im Einsatz. Hier waren in erster Linie Fahrwege freizuräumen und größere Äste zu entfernen. In Törring wurde ein Pkw von zwei Bäumen eingeschlossen. Die Aktiven konnten die unverletzten Personen rasch aus der misslichen Lage befreien. Die Feuerwehren Palling und Freutsmoos waren ebenfalls im Unwettereinsatz. Kurz vor Haigermoos war beispielsweise ein größerer Baum im Waldstück umgestürzt und musste beseitigt werden.

Aus Trostberg wurden mehrere Unwettereinsätze gemeldet. »Das Ausmaß ist aber deutlich unter dem letzten Unwetter über der Stadt«, so die Feuerwehr. Die Feuerwehr Heiligkreuz war ebenfalls zu umgestürzten Bäumen alarmiert worden. In Emertsham fiel ein Baum auf ein fahrendes Auto. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Im nördlichen Landkreis waren zudem unter anderem die Feuerwehren Engelsberg, Tacherting, Altenmarkt, Rabenden und Peterskrichen alarmiert worden, um Unwetterschäden zu beheben.

Der beim letzten Unwetter stark betroffene Bereich rund um Obing blieb auch am Samstagabend nicht außen vor, wobei auch hier das Ausmaß deutlich geringer ausfiel. Die Feuerwehren Obing, Schnaitsee, Albertaich und Pittenhart mussten überwiegend Bäume von den Straßen und Fahrwegen beseitigen. In Seeon, Seebruck und Truchtlaching waren ebenfalls mehrere Straßen blockiert. Höhe der Ortschaft Döging war die Fahrbahn überschwemmt, hier waren Aktive aus Truchtlaching vor Ort. Ein Baum blockierte die Zufahrt zum Kloster Seeon, er konnte zügig beseitigt werden.

Gegen 21 Uhr ging das Alarmaufkommen zurück. Bis etwa 23 Uhr konnten weitestgehend alle Alarmierungen abgearbeitet werden. Gegen 1 Uhr wurde die Feuerwehr Traunreut gerufen: Ein Dachfenster an einem Haus war beschädigt und musste notdürftig repariert werden. Gegen 7 Uhr am Sonntagmorgen wurde nochmals die Feuerwehr Ruhpolding alarmiert. Am Maier-gschwendter Berg war ein Baum auf die Fahrbahn gefallen.

Hob