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Fatih Akin: Blick auf verschiedene Kulturen

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Fatih Akin
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Fatih Akin 2014 in Hamburg bei der Eröffnung des Filmfest Hamburg. Foto: Axel Heimken Foto: dpa

Er ist einer der interessantesten Regisseure hierzulande. Jetzt wurde Fatih Akins neuer Film »Aus dem Nichts« für den Auslands-Oscar nominiert.


Cannes (dpa) - Fatih Akin gilt als einer der erfolgreichsten
Filmemacher Deutschlands. Schon sein Debüt »Kurz und schmerzlos« von 1998 wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Es folgten die wunderbar stimmungsvollen Dramen »Im Juli« und »Solino«, bevor der
Regisseur 2004 endgültig seinen internationalen Durchbruch feierte: »Gegen die Wand« erzählt von einer jungen Türkin in Deutschland, die eine Scheinehe eingeht, um den engen Moralvorstellungen ihrer Familie zu entkommen.

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Das Werk machte Hauptdarstellerin Sibel Kekilli über Nacht berühmt und gewann 2004 den Goldenen Bären als bester Film der Berlinale sowie zwei Europäische Filmpreise.

Sein neuer Film »Aus dem Nichts«, der für Deutschland ins Oscar-Rennen geht, lief dieses Jahr im Wettbewerb beim Filmfest in Cannes. Akin erzählt in dem NSU-Drama von einem Bombenanschlag in Hamburg, bei dem ein Mann und sein kleiner Sohn sterben - zurück bleibt die Ehefrau und Mutter, gespielt von Diane Kruger. Sie gewann dafür in Cannes den Preis als beste Hauptdarstellerin.

Akin wurde am 25. August 1973 als Kind türkischer Einwanderer in Hamburg geboren und wuchs im multikulturellen Stadtteil Altona auf. Auch seine Filme spielen häufig in Hamburg - und greifen immer wieder das Leben zwischen verschiedenen Kulturen und Welten auf. Dazu gehören neben »Gegen die Wand« auch die Komödie »Soul Kitchen« mit Adam Bousdoukos und Moritz Bleibtreu sowie das Drama »Auf der anderen Seite«.

Kritische Aspekte scheut Akin, der auch als Produzent und
Drehbuchautor arbeitet, ebenfalls nicht: Mit »The Cut« griff er das Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich auf und prangerte mit der Dokumentation »Müll im Garten Eden« die Müllverschmutzung in der türkischen Heimatregion seiner Eltern an.

Im vergangenen Jahr feierte der Deutsch-Türke allerdings mit einem ganz anderen Genre einen großen Erfolg: »Tschick« ist die Bestsellerverfilmung von Wolfgang Herrndorfs Roman und erzählt von der Flucht zweier ausgerissener Jungs durch Ostdeutschland. Akin lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen zwei Kindern in Hamburg.

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