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FC Bayern unter Druck - S04 und BVB im Aufwind

Düsseldorf (dpa) - Ausrutscher oder Trendwende? Beim FC Bayern München werden Erinnerungen an den grauen November 2011 wach.

Sportvorstand
Matthias Sammer nimmt die Spieler des FC Bayern in die Pflicht. Foto: Marc Müller Foto: dpa

Aus Sorge vor einer ähnlichen Herbst-Depression wie im Vorjahr, als der Rekordmeister seine komfortable Tabellenführung mit zwei Niederlagen in Serie gegen Dortmund und in Mainz verspielte, nahm Matthias Sammer die Profis in die Pflicht. «Einmal kann das passieren. Doch bei der Qualität und Denkweise des FC Bayern wird es kein zweites Mal passieren», sagte der Sportvorstand vor dem Spiel am Samstag beim Hamburger SV mit Bezug auf die unglückliche 1:2-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen.

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Die Münchner wollen gegen den HSV, der unter der Regie von Neuzugang Rafael van der Vaart in den vorigen sechs Partien 13 Punkte verbuchte, die bösen Geister der Vergangenheit vertreiben. Nicht zuletzt deshalb vermied es Sammer, aus der ersten Niederlage nach zuvor acht siegreichen Bundesliga-Spielen eine Parallele zur Vorsaison abzuleiten. Schon im Duell beim wiedererstarkten Tabellen-7. soll der Spitzenreiter seinen Anspruch auf die Alleinherrschaft untermauern. Ähnlich wie Sammer sieht auch Trainer Jupp Heynckes keinen Grund zur Sorge: «Die Mannschaft ist total gefestigt. Ich habe keine Bedenken.»

Eine weitere Niederlage könnte die bisher heile Welt der Münchner jedoch ins Wanken bringen. Schließlich befinden sich die vermeintlich ärgsten Titelkonkurrenten FC Schalke 04 und Borussia Dortmund im Aufwind. Beide Revierclubs machten zuletzt mit Siegen beim FC Arsenal und Real Madrid in der Champions League von sich reden und lösten ihre Pokal-Aufgaben gegen Zweitligisten souverän. Zudem ist der nur noch vier Punkte entfernte Tabellenzweite aus Gelsenkirchen neben den Bayern als einziges Team noch ohne Auswärtsniederlage.

Noch mag Horst Heldt nicht an einen Einbruch der Münchner glauben. «Bayern hat zu viel Qualität, als dass sich die Geschichte des Vorjahres wiederholt», sagte Schalkes Sportvorstand dem «Kicker». Dennoch wollen die Schalker mit einem Sieg bei den kriselnden Hoffenheimern auf Schlagdistanz zum Spitzenreiter bleiben. Etwas Besonderes ist die Partie für 1899-Sportdirektor Andreas Müller, der über 20 Jahre lang als Spieler und Manager für Schalke tätig war. «Das ist ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Nichtsdestotrotz muss die Freundschaft 90 Minuten ruhen», sagte Müller.

Mit ähnlichen Empfindungen geht BVB-Neuzugang Julian Schieber in die Partie gegen Stuttgart. Beim spektakulären 4:4 in der Vorsaison traf der Angreifer zweimal - für die Schwaben. Allerdings dürfte Schieber trotz seines ersten Dortmunder Pflichtspieltores am Dienstag im Pokalspiel beim VfR Aalen (4:1) gegen den VfB nicht in der Startformation stehen. Seiner Vorfreude auf das Wiedersehen tut das jedoch keinen Abbruch: «Es können gerne wieder acht Tore fallen, aber am Ende soll der Sieger Dortmund heißen.» Besonders Augenmerk gilt Vedad Ibisevic: In den vergangenen vier Spielen ohne Niederlage traf der VfB-Torjäger fünfmal.

Gut möglich, dass auch Leverkusen bald zum Kreis der Bayern-Jäger gezählt wird. Spätestens seit dem Sieg in München ist die Mannschaft von Trainer Sascha Lewandowski wieder ein Gesprächsthema. Mittlerweile rangiert sie auf Platz fünf - punktgleich mit dem BVB. Ein Sieg am Sonntag gegen Düsseldorf könnte die Ausgangslage weiter verbessern. Das kräfteraubende Pokalspiel am Mittwoch in Bielefeld (3:2) sieht Teamchef Sami Hyypiä nicht als Handicap. Schließlich blieb der Fortuna beim 1:0 über Mönchengladbach eine Zusatzschicht ebenfalls nicht erspart: «Die Düsseldorfer mussten auch in die Verlängerung - das ist gut für uns», sagte Hyypiä.