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Mainz in Bredouille

FC Ingolstadt schöpft Hoffnung im Abstiegskampf

Mit neun Punkten aus der Englischen Woche will Ingolstadt die Chance auf den Klassenverbleib wahren. Die ersten drei Zähler sammelt das Team gegen Mainz. Die Gäste dagegen rutschen tiefer in den Keller.

FC Ingolstadt 04 - FSV Mainz 05
Florent Hadergjonaj (unten) erzielte das entscheidende 2:1 für Ingolstadt. Foto: Armin Weigel Foto: dpa

Ingolstadt (dpa) - Nach dem nächsten Dämpfer im Abstiegskampf holte sich der FSV Mainz 05 ungewöhnliche Hilfe aus dem Fanblock - der FC Ingolstadt dagegen wähnt sich wieder in der Spur auf dem Weg zum Sensations-Comeback in der Fußball-Bundesliga.

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Mit einem glücklichen und hart erzitterten 2:1 (1:0)-Sieg haben die Oberbayern den Rückstand auf den Relegationsplatz auf sieben Punkte verkürzt. «Wir sind wieder da», meinte Abwehrchef Roger vor dem nächsten Finale um den Klassenverbleib am Mittwoch in Augsburg. Die Mainzer dagegen empfangen Spitzenteam RB Leipzig in dem bangen Wissen, dass sie ein weiterer Patzer endgültig in die Abstiegszone katapultieren kann.

Nach der unnötigen Niederlage - der dritten nacheinander - schienen die Rheinhessen ratlos ob der aktuell bedrohlichen Situation. Nach dem Schlusspfiff holten sie gar einen Fan von der Tribüne, der auf dem Platz inmitten des Mannschaftskreises eine Ansprache hielt. «Er hat uns nochmal eingeschworen, dass wir alles geben», sagte Verteidiger Stefan Bell bei Sky zu der außergewöhnlichen Aktion.

Trainer Martin Schmidt räumte angesichts der Tabellensituation, die seine Mainzer punktgleich mit dem auf dem Relegationsplatz rangierenden FC Augsburg sieht, ein: «Es ist schon so, dass eine Verunsicherung drin ist. Das geht an keinem spurlos vorbei.»

Romain Brégerie hatte die Hausherren vor 14 000 Zuschauern früh in Führung geköpft (10. Minute). Unmittelbar nach dem verdienten Ausgleich durch ein Eigentor von Ingolstadts Marvin Matip (71.) wurde Florent Hadergjonaj mit einer verunglückten Hereingabe, die sich kurios ins Tor senkte, zum Matchwinner (73.). «Ich wollte eigentlich flanken, und auf einmal ist er drin. Das ist unglaublich», sagte er. «Ich konnte es selbst kaum fassen. Dann haben die Fans gejubelt, und ich dachte, dann juble ich halt auch. Ich bin nicht so der Torjäger.»

Drei Siege jeweils gegen Konkurrenten im Abstiegskampf hatte Trainer Maik Walpurgis von seinen Ingolstädtern vor Beginn der Englischen Woche gefordert, um die Minimalchance auf einen Bundesliga-Verbleib aufrecht zu erhalten. «Das war natürlich unser Ziel, dass wir direkt mit einem Heimsieg starten. Jeder Sieg gibt Hoffnung», sagte er.

Die Partie begann ideal: Nach einem Eckball köpfte Verteidiger Brégerie ein. «Das Spiel hat so begonnen, wie wir es erwartet haben, und wir sind in die Falle getappt», sagte Mainz-Coach Schmidt.

Die erste Halbzeit gehörte klar den Gastgebern: Suttner prüfte Jonas Lössl mit einem Fernschuss, den dieser parierte. Den Abpraller konnte Dario Lezcano aus spitzem Winkel nicht im Netz unterbringen (38.). Almog Cohen zielte aus aussichtsreicher Position zu zentral (42.).

Die Mainzer hatten vor der Pause gar keine Torchance vorzuweisen - das änderte sich nach dem Seitenwechsel: Bei einer Zufallschance gelangte der Ball von Cordoba über zwei Ingolstädter vor den Fuß von Levin Öztunali, dessen Abschluss aber parierte Martin Hansen mit einem starken Reflex (47.). In der 56. Minute lenkte Suttner im Rutschen einen Abschluss aus kurzer Distanz von Öztunali zur Ecke.

Der Ausgleich war «eine Frage der Zeit», wie auch FCI-Coach Walpurgis erkannte. Beim 1:1, einem Eigentor nach Freistoß von Öztunali, sah Hansen schlecht aus. Doch seinem Gegenüber ging es ähnlich: Lössl verschätzte sich bei Hadergjonajs Flanke von der rechten Seite. Am Ende retteten die Ingolstädter das Ergebnis über die Zeit. «Man hat gesehen, dass wir alle daran geglaubt haben», sagte Offensivakteur Pascal Groß. «Das Quäntchen Glück haben wir uns erarbeitet.»

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