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Fein abgestimmter »Dialog der Instrumente«

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Das Ensemble »BarockPur« aus Salzburg mit Beatrice Rentsch, Traversflöte, Christine Allanic, Barockoboe, Leonore von Stauss am Cembalo, Gabriele Ruhland, Viola da Gamba, Yoshinori Tominaga, Barockfagott, und Tilla Seymann, Violone, (von links) in der Erlöserkirche in Marquartstein. (Foto: Giesen)

Ein hochkarätiges Musikerlebnis für Freunde der Barockmusik fand in der evangelischen Erlöserkirche in Marquartstein statt. Das Salzburger Ensemble »BarockPur« spielte auf nachgebauten barocken Instrumenten reine Barockmusik, die das sehr zahlreich erschienene Publikum mit viel Applaus quittierte.


Im Mittelpunkt standen Werke von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767), dessen Quartett in D-Dur für Flöte, Oboe, Fagott und Cembalo das Konzert eröffnete. Wunderschöne Töne entlockten Beatrice Rentsch der Traversflöte und Christine Allanic der Barockoboe. Yoshinori Tominaga bewies sich als Meister auf dem Barockfagott, ebenso die beiden Musikerinnen an den verschiedenen Violen da Gamba, Gabriele Ruhland und Tilla Seymann, wobei letztere vor allem auf der Violone (eine Art barocker Kontrabass) brillierte. Als stets verlässliche und einfühlsame Begleiterin spielte Leonore von Stauss am Cembalo.

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Die sechs Berufsmusiker (fünf Damen, ein Herr), die vor allem in Salzburg freiberuflich arbeiten, spielten in verschiedenen Besetzungen technisch versiert mit großem Können und Hingabe an die Musik. Beeindruckend war das feine, aufeinander abgestimmte Zusammenspiel. Die Darbietung stand unter dem Motto »Dialog der Instrumente«, was den Zuhörern klar vermittelt wurde. Besonders deutlich wurde dieses »Gespräch« der Instrumente bei der Sonata á 3 in g-Moll von Theodor Schwartzkopff (1659 bis 1767). Bei der anfänglichen gleichsamen »Diskussion« übernimmt schließlich die Viola da Gamba die Führung, die anderen Instrumente nehmen das Thema auf, variieren es, bis es in harmonischem Konsens endet.

Pulsierende Lebensfreude auf der einen Seite, aber auch tiefe Traurigkeit und das Bewusstsein des unvermeidlichen Todes auf der anderen – das beherrschende Lebensgefühl in der Barockzeit – kamen auch in der Sonate in c-Moll von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) deutlich zum Ausdruck. Das Konzert endete mit der Sonate V in d-Moll von Joseph B. de Boismortier (1689 bis 1755). Dem langen, verdienten Applaus folgte noch eine Zugabe, ein Satz aus dem ersten Telemann-Quartett. Christiane Giesen