weather-image
26°

Feinster Blues, Boogie und Zydeco

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Christian Dozzler (links) und seine Musiker von der Blues Society brachten die Musik der amerikanischen Südstaaten nach Staudach. (Foto: Ortner)

Christian Dozzler & Blues Society: Der Blues ist ihr Leben, ihre Leidenschaft, ihr Beruf, ihre Berufung. »Sie« spielen den Blues nicht nur, sondern fühlen und leben ihn auch. Und sie tragen die Leidenschaft und die Seele des Blues in seinen unzähligen Facetten in die Welt hinaus und begeistern in Europa und den USA regelmäßig Fans und Bluesfreunde ; so auch diesmal erneut in der restlos ausverkauften Staudacher Musikbühne im Gasthof »Mühlwinkl«.


Wie Alexander Welte bei der Begrüßung voller Freude erzählte, waren Schlagwerker Peter Müller und Bassist Danni Gugolz bereits beim ersten Konzert der Staudacher Musikbühne 1996 zusammen auf der Bühne, und ebenso wie Christian Dozzler (Piano, Akkordon, Blues Harp) bereits mehrfach und in unterschiedlichen Formationen in Staudach zu Gast – unter anderem mit der legendären Mojo Blues Band. Auch Gitarrist Hannes Kasehs ist in Staudach längst kein Unbekannter mehr. In der bis dahin nicht dagewesenen Konstellation als Blues Society ist das jedoch nicht nur eine Premiere für die Musikbühne, sondern auch das einzige Deutschlandkonzert der Band, ein Schmankerl also und zudem eine echte Rarität.

Anzeige

Das Quartett nimmt das ebenso begeisterte wie fachkundige Publikum mit auf eine Reise durch die vielfältige Welt der amerikanischen Mittel- und Südstaaten von Chicago Blues über Boogie Woogie, Rhythm & Blues bis zu Swamp Blues und Zydeco. Als »Veteranen-Treffen« bezeichnete Christian Dozzler scherzhaft die musikalische Reise von New Orleans über Chicago bis Louisiana mit seinen Kameraden. Blues-Klassiker und -Standards von Fats Domino über Clifton Chenier, Professor Longhair (Henry Roeland Byrd) und andere, teils auch weniger bekannte Komponisten und Musiker gehen einher im regen Wechsel mit diversen Eigenkompositionen der Musiker. Auch für Soul und Balladen ist noch Platz auf der langen Setliste.

Die Gesangsparts werden redlich geteilt. Außer Peter Müller erhebt hier jeder Mal sein rauchiges Bluesorgan. Auch für grandiose Soli und Improvisationen auf sämtlichen verfügbaren Instrumenten ist immer genug Zeit und Raum. Die Musiker verstehen sich prächtig und sind eine harmonische Einheit. Es ist ein großartiger Trip durch die wunderbare Welt einer Musik, die ursprünglich das Lebensgefühl einer Bevölkerung der Südstaaten mit überwiegend afroamerikanischen Wurzeln, die sich mit der Zeit durch zahlreiche Einflüsse erweiterte und veränderte. Eine hochemotionale Musik, deren Faszination bis heute anhält, und die unzählige Sparten der heutigen Popularmusik nachhaltig beeinflusst hat.

»Keep On Running« und »Have A Good Time« heißt es da unter anderem für den Wohlfühlfaktor. »Tears On My Pillow« für die Wehmut und Nachdenklichkeit oder Sehnsuchtslieder a la »Coming Home«. Natürlich kennt auch der Blues Liebeslieder mit und ohne Happy End. »What A Perfect Day« könnte auch für das allgemeine Fazit stehen, eines überaus gelungenen und unterhaltsamen Abends mit Musikern, die nach wie vor im Zenit ihrer Lebens- und Spielfreude stehen. Maria Ortner