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Ferrari will Platz zwei als Trost für Titelpleite

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Fernando Alonso will mit Ferrari Zweiter der WM werden. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa

Austin (dpa) - Nach der erneuten Demütigung durch Sebastian Vettel und Red Bull will Ferrari wenigstens Schadensbegrenzung betreiben. Mit dem Vizetitel in der Fahrer- und Konstrukteurs-Wertung soll die enttäuschende Formel-1-Saison einigermaßen gerettet werden.


»Jetzt kämpfen wir um den zweiten Platz. 2014 wollen wir den Titel«, gab Teamchef Stefano Domenicali vor dem Großen Preis der USA als Ziel aus. »Wir tun alles, um das zu schaffen.« Sportdirektor Massimo Rivola bezeichnete dieses Unterfangen als »eine Quelle für Motivation, auch wenn wir zu Beginn des Jahres auf ein anderes Ergebnis gehofft hatten«.

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Platz zwei bei den Fahrern scheint problemlos machbar. Schließlich liegt Fernando Alonso vor dem vorletzten Saisonrennen in Austin mit relativ komfortablen Vorsprung vor seinen Verfolgern auf dieser Position. Aber beim Konstrukteurs-Pokal sieht es anders aus. Mercedes (334) hat vor dem Texas-Rennen als Gesamtzweiter elf Punkte Vorsprung vor Ferrari (323) und nach allgemeiner Einschätzung das schnellere Auto.

»Wir müssen versuchen, in Austin und Sao Paulo vor ihnen zu landen«, sagte Domenicali. »Das wird nicht einfach, aber es ist möglich.« Das Mercedes-Duo Nico Rosberg und Lewis Hamilton sammelte zuletzt meist mehr Punkte als die Ferrari-Paarung Alonso und Felipe Massa. Zumindest meldete sich Alonso rechtzeitig vor der entscheidenden Saisonphase wieder fit. Der Spanier hatte sich beim Großen Preis von Abu Dhabi vor zwei Wochen bei einem wilden Ritt über die Randsteine Rückenbeschwerden zugezogen. »Ich tue mein Bestes, um den Team zu helfen«, versicherte der zweifache Weltmeister, nachdem ihm die Ärzte den Start in Austin erlaubt hatten.

Lotus stellt wohl keine Gefahr mehr dar: Zum einen liegt das Team schon 26 Punkte hinter Ferrari, zum anderen fehlt ihnen Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen wegen seiner Rückenoperation. Der Scuderia spielt der Ausfall ihres künftigen Piloten in die Hände. Gerard Lopez, der Mehrheitseigner bei Lotus, hatte nicht von ungefähr geurteilt, zumindest der Zeitpunkt von Räikkönens Behandlung sei merkwürdig.

Alonso (217 Punkte) profitiert ebenfalls von Räikkönens Pause. Der Finne (183) war sein härtester Rivale, auch wenn dieser bereits 34 Zähler hinter dem Spanier liegt. Hamilton (175) benötigt in beiden Rennen noch einen Sieg und einen zweiten Platz, um dem Spanier die Vize-WM entreißen zu können. Angesichts von Vettels Dominanz spricht kaum etwas für ein derart furioses Saisonfinale des Briten. Und falls ihm so ein Coup doch glücken sollte, müsste Alonso zugleich punktlos bleiben. Einen zweiten Platz in der Endabrechnung hat Ferrari also praktisch schon jetzt sicher - auch wenn das nur ein schwacher Trost ist.

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