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Fest- und Kulturgasthof Stanggaß auf dem »Geiger«-Grundstück

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Einen Gasthof mit Biergarten, einen Veranstaltungssaal, einen Hoteltrakt plus fünf Stadel sowie ein Seminarhaus beinhaltet das Konzept für das ehemalige »Geiger«-Grundstück. (Foto: Kastner)
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Bürgermeister Thomas Weber (l.) schien durchaus angetan von den Plänen für einen Fest- und Kulturgasthof Stanggaß, die (v.r.) der Unternehmer Dr. Bartl Wimmer sowie die Architekten Manfred Brennecke und Stefan Kohlmeier den Gemeinderäten erstmals präsentierten. (Foto: Kastner)
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Die geplante Anordnung der Gebäude bietet laut Manfred Brennecke die besten Voraussetzungen für einen vernünftigen Schallschutz. (Grafik: ArcArchitekten)
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Aus der Vogelperspektive sind die einzelnen Gebäudeteile gut zu erkennen. Rechts oben die fünf geplanten Stadel mit jeweils zwei Gästezimmern. (Foto: ArcArchitekten)

Bischofswiesen – Die Einheimischen mit einbinden will Dr. Bartl Wimmer in sein Projekt, das er auf dem sogenannten »Geiger«-Grundstück in der Stanggaß plant. Funktionieren soll das mit einem Bauvorhaben unter dem Arbeitstitel »Fest- und Kulturgasthof Stanggaß«.


Das Konzept stellte der Berchtesgadener Unternehmer und Grünen-Politiker, der das Areal vor ziemlich genau einem Jahr für 2,4 Millionen Euro ersteigert hatte, am Dienstagabend zusammen mit den Architekten Manfred Brennecke und Stefan Kohlmeier aus Bad Birnbach den Bischofswieser Gemeinderäten und anschließend auch dem »Berchtesgadener Anzeiger« vor.

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Mit dem Städteplaner Manfred Brennecke vom Büro ArcArchitekten hat sich Dr. Bartl Wimmer einen Experten ins Boot geholt, der sich bei der Neuplanung des Hotel »Edelweiss« vor rund neun Jahren in Berchtesgaden einen Namen gemacht hatte. Zusammen mit seinem Kollegen Stefan Kohlmeier und dem Bauherrn Dr. Bartl Wimmer präsentierte Brennecke am Dienstag den Gemeinderäten im Sitzungssaal erstmals die Entwurfspläne. Die Gemeinderäte konnten Fragen stellen, irgendwelche Beschlüsse gab es allerdings noch nicht. Ein solcher wird vermutlich am 31. Juli anstehen, wenn es im Gemeinderat um die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans geht.

Auch die Dependance kommt weg

Detailliert begründete Manfred Brennecke gegenüber den Gemeinderäten und dem »Berchtesgadener Anzeiger« den jetzt doch geplanten Abriss des letzten noch stehenden »Geiger«-Gebäudes, der sogenannten Dependance. Würde das alte Gebäude stehenbleiben und saniert, dann könne man die schallschutzrechtlichen Auflagen für die geplanten Gästezimmer kaum mehr erfüllen, sagte Brennecke. Der Schallschutz stellt nämlich wegen der benachbarten Staatsstraße, auf der durchschnittlich 6 500 Fahrzeuge täglich unterwegs sind, eine erhebliche Herausforderung dar.

»Grundlage für die Planungen war das im Flächennutzungsplan ausgewiesene Sondergebiet für touristische Nutzung«, erklärte Brennecke. Man plane aber kein Resorthotel, sondern eine Anlage mit drei Bausteinen: Der erste Baustein ist ein Gasthaus mit Biergarten, der zweite Baustein ein Fest- und Kultursaal mit bis zu 280 Plätzen und der dritte Baustein sind die Übernachtungen. Bartl Wimmer denkt an etwa 70 bis 80 Betten. Es soll nach aktuellem Stand 22 Hotelzimmer in einem Längstrakt und zehn weitere Zimmer in fünf eigenständigen Hütten oder Stadeln geben. Alle Gästezimmer sollen so situiert werden, dass sie auf der ruhigen Südostseite mit Blick auf die angrenzende Wiese und die Berge liegen. Als zusätzlicher Schallschutz ist die Errichtung eines Seminarhauses oberhalb der Staatsstraße geplant.

»Für die Einheimischen etwas gestalten«

»Die Einheimischen fühlten sich bei den bisherigen Konzepten nicht mitgenommen«, erklärte Bartl Wimmer sein Konzept. »Ich will hier nun auch für die Einheimischen etwas gestalten. Es soll eine Kombination aus Übernachtungen, Veranstaltungen, Seminaren, Familienfeiern und Angeboten für Kinder sein«. Dem Projekt gab man den Arbeitstitel »Fest- und Kulturgasthof Stanggaß«. Der endgültige Name steht laut Wimmer allerdings noch nicht fest.

Beim Baustil will man sich an den Gebäuden orientieren, die außerhalb des Ortes stehen. »Wir denken da an einen Einfirsthof in Holzbauweise mit dem Giebel in Richtung Landschaft. Dazu passen die fünf geplanten Stadel«, erklärte Manfred Brennecke. Es soll eine Hackschnitzelheizung und eine E-Tankstelle an der Zufahrt geben.

Künftiger Betreiber kommt wohl aus der Familie

Die Familie Wimmer wird in das Projekt erhebliches Engagement einfließen lassen. Bartl Wimmer selbst tritt als Bauherr und Investor auf. Und für den späteren Betrieb der Anlage hat der Unternehmer anscheinend auch schon eine Perspektive. »Es ist denkbar, dass das Ganze einmal von jemandem aus der Familie oder der erweiterten Familie betrieben wird. Entsprechendes Interesse ist jedenfalls da«, versichert der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Synlab-Gruppe. Der stellt aber gleichzeitig klar: »Ich werde jedenfalls nicht den Wirt machen.« Mit der Eröffnung rechnet Wimmer in den Jahren 2020 oder 2021. Ulli Kastner