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Festkonzert der Meisterklasse in Baumburg

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Der Adam-Gumpelzhaimer-Chor unter der Leitung von Wolfram Heinzmann und das Orchester unter Konzertmeisterin Brigitte Schmid sowie die beiden Gesangssolisten (rechts vorne) Eva-Maria Amann und Hans-Joachim Bernhart präsentierten überzeugend Händels Werke. (Foto: Schlaipfer)

Nicht mal die Reserve-Stühle reichten aus, um dem großen Andrang zum Musiksommer-Konzert des Trostberger Adam-Gumpelzhaimer-Chors gerecht zu werden. In der übervollen Baumburger Kirche präsentierte Dirigent Wolfram Heinzmann ein Festkonzert der Meisterklasse. Im Mittelpunkt stand Georg Friedrich Händel.


Dirigent Wolfram Heinzmann rückte mit einem klassischen Festprogramm den Barockkomponisten in einer Barockkirche in den Mittelpunkt. Thema waren aber nicht nur Georg Friedrich Händel und seine Klassiker, sondern vor allem seine »Halleluja«-Variationen, die sich wie ein »roter Faden« durch das Programm zogen.

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Neue Facetten von Händels Musik

Wolfram Heinzmann gab dabei vor allem den eher unbekannten Oratorien Raum und bemühte sich, neue Facetten zu finden, was mit Bravour gelang. So setzte er abweichend von der originalen Vertonung (Arie) zunächst beim bekannten »Lascia ch'io pianga« einen wunderschönen Akzent, indem er diese der Saxofonistin Eva Albersdörfer übertrug. Schön und dennoch kräftig, dezent sinnlich und dennoch klassisch wirkte diese Note.

Das zweite Mal gelang diese Überraschung mit Hideki Machida an der Oboe. Auch der japanische Interpret ist ein Künstler an seinem Instrument, das sich dank der Baumburger Akustik trotz des leisen Klangs nicht im (Kirchen-)Raum verlor.

Getragen wurde das Gesamtbild des Programms von den großen Werken Händels, allen voran den Krönungshymnen, wie die in »Zadok the Priest«, die gleich zu Anfang überzeugten. Neben dem routinierten Chor waren es hier die vielen jungen Streicherinnen unter Leitung von Konzertmeisterin Brigitte Schmid, die begeisterten. Schön zu hören auch beim »Orchester-Solo«, der Ouvertüre zur »Feuerwerksmusik«.

Wolfram Heinzmann bewies Fingerspitzengefühl und gab auch den Solisten in Verbindung mit dem Orchester Raum – allen voran den beiden Gesangssolisten: Hans-Joachim Bernhart (Bass) begeisterte im »Duett« mit Rupert Eder an der Trompete in »The Trumpets shall sound« aus dem »Messias«. Auch hier lieferten die Streicherinnen einen professionellen »Hintergrund«.

Das weibliche Solo-Pendant war Eva-Maria Amann, deren kräftige und schöne Sopranstimme »Ombra mai fu« aus »Xerxes« in den musikalischen Mittelpunkt rückte. In Verbindung mit dem erfahrenen Rupert Eder an der Trompete und dem Orchester zeigte sie mit »Let the bright Seraphim« aus »Samson« die ganze Fülle ihrer hervorragenden Ausbildung, schuf neue Akzente, überzeugte auf ganzer Linie.

Die »Klassiker« sind bis heute präsent

Und da waren da noch die »Klassiker«, die man heute fast omnipräsent wieder findet. So erkennt man die Melodie aus »See, the conqu'ring hero comes« (»Judas Maccabäus«) im Weihnachtslied »Tochter Zion« wieder. Und Sequenzen aus »Zodak the Priest« hört jeder Fußball-Fan in der Hymne zur Champions-League.

Alles in allem war diese Vielfalt des Barockkomponisten, wie sie der Adam-Gumpelzhaimer-Chor samt Orchester in die Baumburger Barockkirche mit ihrer einzigartigen Akustik transportierte, ein Musikgenuss der Extraklasse – hier war einfach alles stimmig.

Die zahlreichen Zuhörer quittierten die Gesamtleistung mit lang anhaltenden stehenden Ovationen und erklatschten sich so eine Zugabe. Und die, wie konnte es anders sein, sollte Händels »Halleluja« aus dem »Messias« sein. St. Schlaipfer