weather-image

Festliche Chormusik aus mehreren Jahrhunderten

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Begeisterte erneut in Waging: Die Cappella Caeciliana aus Belfast in Nordirland. (Foto: Barbara Heigl)

Offensichtlich hat der Chor Cappella Caeciliana aus Belfast bei den Liebhabern der Chormusik in Waging einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Denn die Pfarrkirche St. Martin, die ja nicht nur außerordentlich schön, sondern auch ziemlich groß ist, war beim »Besonderen Konzert« im Rahmen der 20. Musiktage in Waging am See fast bis auf den letzten Platz gefüllt.


Vor 13 Jahren waren die Sänger mit ihrem Chorleiter Donal McCrisken während ihrer Tournee durch Bayern und Österreich schon einmal da gewesen. Damals hatte Sepp Daxenberger als Bürgermeister ihnen ein herzliches Willkommen bereitet. Ein Bär von einem Mann, wie man auf dem Programmzettel sehen kann, der eines der Chormitglieder freundschaftlich im Arm hält. Wie Sepp Daxenberger, ist auch Marie O'’Sullivan, die auf dem Foto ein so herzhaftes Lachen auf ihren Lippen trägt, ein Jahr später als der sympathische grüne Bürgermeister an Krebs gestorben. In Memoriam Marie O'Sullivan und Sepp Daxenberger war auf dem Programmzettel zu lesen.

Anzeige

Zu hören war Chormusik in ihrem liturgischen Kontext aus mehreren Jahrhunderten von Claudio Monteverdi bis Mozart. Aber auch moderne Chorliteratur wurde zum Besten gegeben.

Der etwa 20-köpfige gemischte Chor, der auch schon bei einer Papst-Audienz gesungen hat, besteht seit 1995 und nahm schon an bedeutenden Festivals erfolgreich teil.

Ganz besonders beglückend, ja, geradezu ätherisch-schwebend gelang den Sängern das »Ave verum corpus« von Wolfgang Amadeus Mozart, das der Chor federleicht und ausgesprochen zartfühlend intonierte.

Von den modernen Werken beeindruckte das »Miserere« von James MacMillan, (*1959) einem der besten Komponisten der Moderne, wie das Chormitglied Neil Martin den Zuhörern erläuterte. Anklänge an das herkömmliche »Miserere« waren da zu hören, dann wieder schrille Dissonanzen, schwere und traurig stimmende Kost; dann aber ein Wechsel in eine Dur-Tonart, die erlösend Tröstliches für das Publikum bereithielt.

Auch von dem komponierenden Chormitglied Neil Martin, gab es ein spannendes Werk mit dem Titel »Exsultet« zu hören. Harmonie und Reibung wechselten sich ab, zarte Pianissimo ließen aufhorchen, und ein gewaltiges, dramatisches Forte, das einem Opernchor zur Ehre gereicht hätte zeichnete die Komposition aus. Begleitet wurde der Chor wechselweise von einem ganz wunderbar aufspielenden Streichquartett aus dem Chiemgau, dessen Besetzung leider nicht auf dem Faltblatt genannt wurde, und von dem Organisten Neale Agnew. Ruhig und besonnen, ja fast schon zurückgenommen dirigierte Donal McCrisken das Konzert, bei dem auch Solisten aus dem Chor hörenswert hervortraten. Mit einem irischen Segenswunsch und einer Kantate von Domino Gioseppi bedankte sich der Chor in Zugabenform für den kräftigen Applaus des Publikums. Barbara Heigl