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Festliche Musik im Rottmayr-Saal

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Musizierten stilecht im Stehen: das Kammerorchester »Corona«, hier mit Sladjana Curovic beim »Darmstädter Konzert« von Telemann. (Foto: Janoschka)

Ein festlich-barockes Konzert zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit hat das Kammerorchester »Corona« aus Bad Reichenhall stilecht im Stehen im Rottmayr-Saal des Alten Rathauses in Laufen und in der städtischen Galerie im Feuerhaus Bad Reichenhall gespielt, wo die Musiker die Naturbilder der aktuellen Ausstellung in einem ganz neuen Licht erscheinen ließen.


Hildegard Ruf leitete das Streichensemble mit Dr. Peter Schüßler am Cembalo von der ersten Geige aus. Zur Aufführung kamen zunächst bekanntere Werke wie das Concerto g-Moll Nr. 17 für Streicher und Cembalo mit den Sätzen Allegro, Adagio und Allegro von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) sowie das »Darmstädter Konzert« in G-Dur für zwei Soloviolinen, Streichorchester und Basso continuo von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767).

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Die Geigensolistinnen Hildegard Ruf und Sladjana Curovic konnten in den Sätzen Grave, Allegro, Largo und Presto auf das sichere Fundament von Monika Gaggia (Violoncello) und Peter Schüßler am Cembalo bauen. Mit strahlendem Violinton und Gestaltungskraft führten die beiden Profi-Geigerinnen das Ensemble an und musizierten einen wunderbar klangintensiven Largo-Satz, in dem nur die Solo-Instrumente und Basso continuo zu hören waren. Vereinzelt kamen Solostellen auch in den schnellen Sätzen vor und standen hier den Tutti-Klängen kontrastreich gegenüber.

Das Kammerorchester präsentierte sich als ein homogener Klangkörper mit hohem Anspruch. Zwischendurch erhielt Hagen Schiffler als »treuer Geigenbauer« des Kammerorchesters einen Extra-Dank von Hildegard Ruf.

Die transparente Stimmführung durch die Register reflektierte das klar geordnete Weltbild des Barock, das in der Romantik eine Wiedergeburt durch Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847) erlebte. Aus Mendelssohns »7 Charakterstücke« op. 7 waren Nr. 1 »Sanft und mit Empfindung« im romantischen Stil, sowie Nr. 5 »Ernst und mit steigender Lebhaftigkeit« zu hören, das auf einer Fuge aufbaute.

Romantik als Weiterentwicklung in der Musikgeschichte und romantische Rezeption und Verarbeitung des Barock als Reflexion der traditionell-Bachschen Komposition standen so symbolisch in der Mitte des Programms, das mit der Sinfonie G-Dur op. 1/V für Streichorchester von Franz Ignaz Beck (1734 bis 1809) – zwar Schüler von Johann Stamitz, aber noch den barocken Formen verhaftet – sowie mit der »Hirtenmusik zur Weihnacht« für zwei Geigen, Bratsche und Generalbass mit den Sätzen Andante ma non troppo, Largo und Allegro assai von Gregor Joseph Werner (1683 bis 1766) weiter ging.

Musikalische Charakterisierungen der Hirten, der Engel und des Jesuskindes, das im Largo in den Schlaf gewiegt wird, machten diese »Zugabe, die auf dem Programm steht«, zu einem wunderbaren Abschluss des Konzerts. Brigitte Janoschka