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110 Jahre Achental-Dom, 100 Jahre Siemann-Orgel und 40 Jahre Musikverein Übersee-Feldwies

Festliches Kirchenkonzert zum Dreifach-Jubiläum

Die Blaskapelle Übersee-Feldwies und ihr Leiter Thomas Lindlacher hatten im Altarraum der Pfarrkirche Übersee Platz gefunden. (Foto: E. Kaiser)

Drei Jubiläen standen Pate für das festliche Konzert in der Überseer Pfarrkirche St. Nikolaus: seit 110 Jahren steht der »Achentaldom«, seit 100 Jahren erklingt darin die große Siemann-Orgel und seit bald 40 Jahren setzt der Musikverein Übersee-Feldwies musikalische Akzente. Die Vorfreude auf dieses Ereignis am 7. Januar nächsten Jahres, mit der die Blaskapelle musizierte, sprang in diesem Konzert auf die Zuhörer über.


Nach der Begrüßung durch den Ortspfarrer ließ der Reichenhaller Kirchenmusikdirektor Matthias Roth die Siemann-Orgel ertönen. 100 Jahre ist sie alt und doch kein bisschen atemschwach. Antonio Vivaldis (1678 bis 1741) dreisätziges Concerto in D-Dur begann frisch und festlich, einem sanften, getragenen Adagio folgte ein jubelnder Schlusssatz im Dreiviertel-Takt. Danach stellte sich die Blaskapelle mit der »Eppaner Festmusik« des Bozeners Gottfried Veit vor. Die etwa 40 Musikanten präsentierten unter der umsichtig-eleganten Leitung von Thomas Lindlacher diese mächtige Musik, die von feinen Fanfarenmotiven gegliedert wurde, in mitreißender Art.

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Liebevoll und gekonnt ausgestaltet klangen »Vorspiel und Choral« nach einem Thema von Johann Rudolph Ahle (um 1664), eingerichtet von Alfred Bösendorfer (ein Künstlername des holländischen Komponisten und Musikers Kees Vlak, geboren 1938). Das meditative »Adagio Religioso« von Albert Tiedke zwang die Zuhörer zu intensivem Lauschen. Klangvoll schwebte das Tenorhorn-Solo von Andreas Gries bei der »Abendstimmung« von Pavel Stanek (geboren 1927 in Prag) über dem begleitenden Orchester. In ihrem auffordernd-zügigen Tempo gefiel die »Elisabeth-Serenade« des Briten Ronald Binge, rhythmisch sauber zäsiert von zwei Querflöten und der Es-Klarinette.

Bei der prunkvollen »Westminster-Hymn« von Alfred Bösendorfer hatten die vier Schlagwerker der Kapelle dankbare Aufgaben; auch beim »Bye Bye-Spiritual«, bearbeitet von Luigi di Ghisallo (auch das ein Pseudonym für Kees Vlak) mit der zärtlich-sentimentalen Abschiedsmelodie »Amazing Grace«, verquickt mit »O Happy Day« und dem Gospel »Amen« hatten sie mit Klatschen, Stöcken und Schlägeln »alle Hände voll« zu tun und verhalfen der Band zum richtigen Ton und Schwung.

Und beim »Hallelujah« des kanadischen Sängers und Dichters Leonard Cohen (geboren 1934) spielten sich die Musikanten so richtig in eine hymnisch-begeisterte Stimmung, die ansteckend war. Das abschließende Orgelstück »Jubilate Deo« des englischen Kirchenmusikers Alfred Jethro Silver (1870 bis 1940) steigerte sich nach einem verhaltenen Anfang zu festlich jubelndem Gotteslob.

Den Beifall hatte sich das Publikum bis zum Schluss aufsparen dürfen. Dann aber besuchte der Nikolaus mit Engerl-Begleitung einen Tag nach seinem Namensfest seine Patroziniumskirche und dankte ebenfalls für das Konzert. Engelbert Kaiser