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Feuerwehr für den Jahreswechsel gerüstet

Berchtesgaden - Wenn an Silvester wieder Tausende von bunten Raketen in den Nachthimmel über Berchtesgaden aufsteigen und nach dem Knall als bunt leuchtende Farbkugeln auf Straßen und Hausdächer niedergehen, wird es vonseiten der begeisterten Zuschauer wieder viele »Aahs« und »Oohs« geben. So mancher Feuerwehrler im Talkessel mag dagegen trotz des optischen Genusses ein ungutes Gefühl in der Magengegend verspüren, denn die Brandgefahr ist gerade in eng bebauten Gebieten gegeben. Berchtesgadens Feuerwehrkommandant Anton Brandner bleibt dennoch entspannt, denn für den Ernstfall ist man vorbereitet.

Berchtesgadens Feuerwehrkommandant Anton Brandner schätzt die Wahrscheinlichkeit für einen Einsatz in der Silvesternacht auf rund 30 Prozent ein. Foto: Anzeiger-Archiv
Beim Silvesterfeuerwerk ist Vorsicht geboten. Gerade bei Wärme und Trockenheit können Raketen leicht einen Brand auslösen.

»Silvester ist für die Feuerwehren schon etwas Besonderes, denn die Brandgefahr ist zum Jahreswechsel natürlich deutlich höher als sonst«, sagt Brandner. Berchtesgadens Kommandant spricht aus Erfahrung, schließlich ist es noch nicht lange her, dass Feuerwerksraketen am Roßfeld einen Flächenbrand ausgelöst hatten. Hier hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun, bis die Flammen erstickt waren. Eine entsprechende Gefahr sieht Brandner auch heuer an Silvester. »Kaum Schnee, relativ hohe Temperaturen und vorausgesagte Trockenheit - diese Komponenten machen die Sache noch gefährlicher«, sagt Brandner.

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Auch in eng bebauten Gebieten wie im Markt Berchtesgaden sieht Anton Brandner ein gewisses Risiko, vor allem durch Raketen. Gefährdet sind in erster Linie hölzerne Balkone. »Die Dächer sind bei uns in der Regel mit Blech eingedeckt, da ist die Gefahr gering. Wenn aber eine Rakete unter das Vordach fliegt und am Balkon liegen bleibt, dann kann es brenzlig werden«, erklärt der Kommandant. Auch bei geöffneten Dachfenstern ist Vorsicht geboten. Deshalb sein Tipp an die Laien-Feuerwerker: »Den Raketen möglichst eine Flugrichtung geben, die keine Gefahr darstellt.«

Zur Vorsicht rät Anton Brandner auch bei Krachern. Diese könnten durch die Trockenheit schon Brände auslösen, vor allem wenn ein Christbaum oder ein Adventskranz in der Nähe ist.

Aufgrund der Erfahrungen aus den letzten Jahren schätzt Brandner die Wahrscheinlichkeit für einen Feuerwehreinsatz in Berchtesgaden auf rund 30 Prozent. »Das ist nicht wenig«, sagt der Feuerwehrchef, »und deshalb sind wir vorbereitet.« Es gibt zwar keine dienstlich angeordnete Bereitschaft im Feuerwehrhaus. Es sind aber immer einige Feuerwehrler, die an diesem Abend keinen Alkohol zu sich nehmen, über den Pieps erreichbar. »Da sprechen wir uns vorher ab«, erklärt Anton Brandner. Andere Kameraden werden freiwillig den Jahreswechsel im Feuerwehrhaus feiern - und wären somit auch verfügbar.

Vor allem hofft Anton Brandner für die Silvesternacht, dass man nicht zu einem Verkehrsunfall gerufen wird. Denn die gehen meistens wesentlich schlimmer aus als irgendwelche Brände. »Man kann nur an die Leute appellieren, sich nicht alkoholisiert ans Steuer zu setzen«, mahnt der Kommandant.

Trotz der erhöhten Einsatzbereitschaft sieht Anton Brandner der Silvesterballerei ganz entspannt entgegen: »Man kann nicht alle Risiken ausschließen - und etwas Spaß sollte ja auch dabei sein.« Selbst will Brandner übrigens keine Raketen in die Luft jagen, er wird lieber mit etwas Abstand die pyrotechnischen Aktionen seiner Kinder beobachten. UK