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Feuerwehr Staudach-Egerndach bekommt LF 20 KatS

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Der Gemeinderat Staudach-Egerndach hatte sich das LF 20 KatS der Feuerwehr Erlstätt angeschaut, um sich eine Meinung zum Thema zu bilden. (Foto: Feuerwehr Erlstätt)

Staudach-Egerndach – Die Entscheidung, ob die Staudach-Egerndacher Feuerwehr nun ein neues Einsatzfahrzeug bekommt und vor allem ob es das große Löschfahrzeug LF 20 sein wird, machte sich der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung nicht einfach.


Nach reiflicher Abwägung des Für und Widers entschied sich das Gremium mit zwei Gegenstimmen für den 400.000 Euro teuren, großen Einsatzwagen.

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Bereits in einer vorangegangenen Sitzung wurde eingehend über die Ersatzbeschaffung diskutiert und damals die Feuerwehr gebeten, die unterschiedlichen, in Frage kommenden Fahrzeugtypen dem Gemeinderat vorzustellen. Dies ist mittlerweile auch geschehen. Die Räte konnten sich die vergleichbaren Fahrzeuge aus Grassau und Erlstätt ansehen und sich vor Ort informieren.

Wie Bürgermeister Hans Pertl informierte, wurde auch mit dem Kreisbrandrat hinsichtlich des idealen Einsatzfahrzeugs für die Belange der Gemeinde gesprochen. Der Kreisbrandrat, so Pertl, tendiere zu dem großen LF 20 KatS (Löschfahrzeug für den Katastrophenschutz). »Wir haben aber auch den Preis gesehen«, so Pertl. Immerhin kostet dieses Fahrzeug rund 400.000 Euro. Eine Alternative sei das MLF (Mittleres Löschfahrzeug) gewesen. Laut Pertl sei das LF 20 KatS für die Gemeinde geeignet. Die mittlere Lösung sei hingegen »weder Gans noch Ente«.

Als gut organisiert bezeichnete Alexander Sedlmaier die Besichtigung von Einsatzfahrzeugen am Feuerwehrhaus. Dennoch habe er Bedenken. Wie solle es künftig mit den Führerscheinen gehandhabt werden? Das »Führerscheinthema«, so Pertl, würde auch bei der mittleren Lösung existieren. Derzeit werde der Lkw-Führerschein mit 1500 Euro bezuschusst. Seiner Meinung nach sollte die Gemeinde den Führerschein komplett bezahlen, vor allem, wenn die Feuerwehraktiven den Führerschein weder privat noch beruflich brauchen können und diesen ausschließlich für den Feuerwehreinsatz absolvieren. Pertl schlug vor, die Kosten von zwei Führerscheinen pro Jahr gemeindlich zu übernehmen.

Franz Heigenhauser meinte, dass damit auch die Verpflichtung, zehn Jahre aktiv bei der Feuerwehr zu bleiben, verbunden sein sollte. Dies, so Pertl, sei kaum möglich. Er gehe aber davon aus, dass die Feuerwehrführung nur diejenigen zur Prüfung schicke, die der Feuerwehr auch verbunden sind.

Eine Verpflichtung sei auch für Peter Schwarz nicht durchführbar, da der berufliche Weg einzelner auch in andere Gemeinden führen kann. Zudem erinnerte er an einen Fehlalarm. Nur drei bis vier Feuerwehrmänner kamen. Das Problem, so Pertl, haben wochentags viele Gemeinden. Die Ersatzbeschaffung könne davon aber nicht abhängig gemacht werden. Gemäß Sedlmaier müsse der Kreisbrandrat den Zuschussantrag unterschreiben.

Günther Sturm informierte, dass der Kreisbrandrat die Beschaffung eines LF 10 oder 20 unterstütze, jedoch nicht den Kauf eines MLF. Wichtig sei, so Pertl, dass die komplette Mannschaft über das Fahrzeug diskutiere und die Mehrheit hinter der Ersatzbeschaffung stehe. Er kritisierte, dass die Vorbereitung nicht so gelaufen sei, wie es sich die Gemeinde gewünscht hätte. Zu einer Besichtigung des LF 20 sei das Gremium nicht eingeladen gewesen. »Wir müssen in der Bevölkerung für diese Ausgabe gradstehen und uns rechtfertigen. Da wünschen wir uns mehr Kommunikation«, betonte Pertl.

Franz Heigenhauser bedauerte, dass auch zur Ersatzbeschaffung des Mannschaftsfahrzeugs vor wenigen Jahren die Kommunikation mehr als schlecht gewesen sei und nun die Mannschaft mit dem Fahrzeug sehr unzufrieden ist. »Wir haben ein Fahrzeug, das von der Mannschaft nicht akzeptiert wird. So ein Fehler darf nicht noch einmal passieren«, fügte Martina Gaukler hinzu. Seiner Ansicht nach, so Sedlmaier, könne derzeit noch nicht entschieden werden.

Anton Weiß meinte, dass das LF 20 viele Vorteile habe, darunter den großen Wasserspeicher mit 1600 Litern für den Erstangriff. Auch mit geringer Einsatzstärke sei das Fahrzeug ideal und 300 Meter Schlauchleitung ließen sich schnell verlegen.

Florian Maier berichtete aus seiner Praxis als Berufsfeuerwehrmann, dass dieses Fahrzeug für Leute, die nicht ständig mit dem Lkw unterwegs sind und für Freiwillige Feuerwehren konzipiert wurde. Man sei sich einig, so Peter Huber, dass die Feuerwehr ein Ersatzfahrzeug benötige. Ihm gehe aber eine Auflistung der Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Fahrzeugtypen ab. Das MLF habe nur einen 600-Liter-Wassertank, sei umständlich zu laden, wobei ständig auch auf die Achslast zu achten sei. Im LF 20 sei »alles sauber aufgeräumt«. Zudem, so Pertl, habe auch der Kreisbrandrat das LF 20 KatS als für sinnvoll erachtet.

Geschäftsleiter Florian Stefan versuchte, die Vorteile zusammenzufassen, erinnerte an den großen Wassertank, die lange Schlauchleitung und an die Einsatzmöglichkeit im Hochwasserfall. Zudem können neun Mann Besatzung mitfahren, was den Einsatz eines zweiten Fahrzeugs erübrigt. Zudem sei es auch mit drei oder vier Mann zu bedienen. Mit einem MLF müsste stets ein zweites Fahrzeug mitfahren. Auch betonte er, dass die Löschwasserversorgung in Staudach-Egerndach problematisch sei, da oft nur eine 80-er Leitung bei den Hydranten vorhanden sei. Vorbehaltlich einer Förderung stimmte der Rat mit zwei Gegenstimmen (Huber, Sedlmaier) der Ersatzbeschaffung eines LF 20 KatS zu. Es wird mit einem Zuschuss von 88.000 Euro gerechnet.

Erleichtert konnten die vielen Feuerwehrkameraden, die der Sitzung beiwohnten, den Saal verlassen. Sie sind nun erneut gefordert und müssen einen Aufbauplan erstellen. tb