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Feuerwehr wünscht sich ein neues Löschfahrzeug

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Foto: Friso Gentsch/dpa-Archiv

Staudach-Egerndach – Nicht nur ein Wunsch, sondern nach Aussage von Kommandant Michael Sturm erforderlich ist ein neues Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr Staudach-Egerndach. Lange diskutierte der Gemeinderat und entschied letztlich mit neun zu drei Gegenstimmen, den Antrag zurückzustellen. Zunächst möchte sich der Gemeinderat einen Überblick über die möglichen Einsatzfahrzeuge verschaffen.


Das alte Löschgruppenfahrzeug LF 8 der Feuerwehr ist bereits 28 Jahre alt, Ersatzteile sind nur mehr schwer zu beschaffen. Auch berichtete der Kommandant, dass das Fahrzeug aus sicherheitstechnischen Gründen nachgerüstet werden müsste. Ein Problem sei außerdem, dass keine weitere Ausrüstung untergebracht werden könne und der 200-Liter-Tank zu gering bemessen sei. Bereits 2016 habe die Feuerwehr ein neues Löschgruppenfahrzeug beantragt. Entscheidet sich das Gremium für die Neubeschaffung, dann könne heuer noch ein Fahrzeug mit Euro 5 bestellt werden.

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Weiter informierte Sturm, dass feuerwehrintern eine Projektgruppe gegründet wurde, die dem Gemeinderat bei der Entscheidung helfen wolle und die Fahrzeugtypen auf den Bedarf untersuchte. Michael Sturm stellte die beiden möglichen Löschgruppenfahrzeuge, ein LF 20 Kats – ein Löschgruppenfahrzeug für Katastrophenschutz mit Kosten von 395 000 Euro abzüglich 88 000 Zuschuss – sowie ein LF 20 für 470 000 Euro abzüglich 100 000 Euro Zuschuss vor. Laut Sturm sei im LF 20 fast die gleiche Ausstattung wie in dem vorhanden LF 8. Unterschiede gibt es in der Schlauchlänge und beim Wassertank, der mit 1700 Litern bei einem Schnellangriff von Vorteil wäre. Laut Sturm wäre ein LF 20 Kats wünschenswert, da in diesem bereits ein Allradantrieb verbaut ist.

Alexander Sedlmaier interessierte, ob die Mannschaft mit der technischen Ausrüstung auch umgehen könne. Sturm bejahte das mit der Begründung, dass das neue Fahrzeug fast die gleiche Ausstattung habe wie das derzeit vorhandene. Die Einsatzstärke an Werktagen betrage, so Sturm auf die Frage von Peter Schwarz, sechs Mann. Martina Gaukler informierte, dass das 28 Jahre alte LF 8 erst 25 000 Kilometer auf dem Buckel habe und den letzten TÜV ohne Beanstandung absolvierte. Das bestätigte der Kommandant.

Laut Bürgermeister Hans Pertl gebe es auch mittelschwere Einsatzfahrzeuge (MLF). Er fragte, ob ein solches für den Einsatz nicht ausreichend sei. Laut Michael Sturm werde die Größe des Fahrzeugs durch die Beherbergungsbetriebe, die mehr als zwölf Betten aufweisen, bedingt. Martina Gaukler fügte hinzu, dass ein MLF bereits einen 1000-Liter-Wassertank habe. Laut Bürgermeister Pertl müsse die komplette Feuerwehrmannschaft eingebunden werden, da schließlich alle mit dem Fahrzeug umgehen müssen. Ihm reicht es nicht, wenn die Projektgruppe das Fahrzeug favorisiert. Schließlich gehe es um eine Summe von 400 000 Euro. Auch interessierte ihn, wie das kleinere Fahrzeug der Wehr in die Einsätze eingebunden werde. Laut Sturm sei dies ein reines Einsatzleitungsfahrzeug. Der Bürgermeister betonte auch, dass in den Nachbargemeinden große Einsatzfahrzeuge vorhanden und diese fast genauso schnell am Einsatzort seien.

Alexander Sedlmaier sah den Sinn eines derart großen Einsatzfahrzeugs für die kleine Gemeinde nicht. Pertl meinte, dass alle in Frage kommenden Fahrzeuge bei einer Übung vorgestellt werden sollten, damit sich jeder ein Bild machen könne. Florian Maier als Berufsfeuerwehrmann berichtete, dass das LF 20 Kats gut zu bedienen sei und viele Feuerwehren dieses Fahrzeug im Einsatz haben. Vorteil sei, dass die Atemschutzträger in einer Minute angezogen seien und den Partnercheck im Auto vornehmen können. Die Wasserleitung sei binnen weniger Sekunden gelegt. Laut Günter Sturm sei zu berücksichtigen, dass die Anschaffung nicht für die nächsten fünf, sondern 30 Jahre getätigt werde.

Aufgrund der hohen Investitionskosten stellte der Gemeinderat die Entscheidung zurück. Zunächst sollen Gremium und Mannschaft über die Fahrzeugtypen mit vorhandenen Modellbeispielen informiert werden. tb