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Fast 40 Prozent aller Einsätze entfallen auf den Inspektionsbereich Traunstein Land 2 – Rund 3000 Mal rückten die Feuerwehren aus

Feuerwehren im Süden des Landkreises stark gefordert

Grabenstätt – Rund 3000 Mal im Jahr rücken die Feuerwehren im Landkreis Traunstein zu Einsätzen aus. Fast jeder zweite Alarm betrifft eine der 20 Feuerwehren im Inspektionsbereich Traunstein Land 2 und damit die Floriansjünger in den Gemeinden südlich der Autobahn. Beinahe 40 Prozent aller Einsätze im Landkreis Traunstein werden von den Wehren im südlichen Landkreis, im Trauntal und Achental gemeistert. Diese hohe Beanspruchung machte Kreisbrandinspektor Georg König bei der Dienstversammlung der Ersten Kommandanten und Stellvertreter seines Inspektionsbereiches in Grabenstätt deutlich.

»Immer wieder neue Herausforderungen fordern die Feuerwehren«, stellte Kreisbrandinspektor Georg König bei der Kommandanten-Dienstversammlung fest: Das Anbohren einer unterirdischen Gasblase im Ortskern Grabenstätts am 16. Mai war Auslöser eines Großeinsatzes von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei. Floriansjünger in speziellem Flammschutz hielten sich nahe der Einsatzstelle bereit, falls ein plötzliches Eingreifen notwendig gewesen wäre. (Foto: Volk)

Das einsatzreiche Jahr 2014 begann am 9. Januar mit dem Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Ruhpolding-Froschsee. Am 20. März kam es zum Brand einer Sauna im Inzeller Badepark. Wenige Tage später wurde in Siegsdorf eine Frau von einem Zug erfasst und tödlich verletzt. Die Insassen eines Busses wurden Augenzeugen des Unfalls. Der Zugunfall forderte Feuerwehren, Rettungsdienste und das Kriseninterventionsteam der Malteser. Zum Großeinsatz für die Feuerwehren und Hilfsdienste wurde das Anbohren einer Gasblase in der Grabenstätter Ortsmitte am 16. Mai. Wegen Explosionsgefahr waren umfangreiche Evakuierungen notwendig. Eine Herausforderung war auch die mehrtägige Sicherheitswache beim Chiemsee Summer durch die Feuerwehr Übersee, unterstützt von Nachbarwehren. Spektakulär auch der Unfall eines Radladers, der Ende Oktober in die Tiroler Achen stürzte. Der Fahrer konnte gerade noch rechtzeitig aus dem überfluteten Führerhaus gerettet werden.

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Kreisbrandinspektor König zollte allen Aktiven Respekt für deren geleistete, ehrenamtliche Arbeit. Trotz unschätzbarer und wertvoller Dienste gebe es nur selten Lob für die Floriansjünger und kaum jemand mache sich über die Belastungen Gedanken, die Feuerwehrmänner und -frauen aushalten müssen. Als Beispiel führte König eine Alarmierung an, die nachts um 3 Uhr erfolgte: »Verkehrsunfall auf der Autobahn A 8 – mehrere leblose Personen liegen auf der Fahrbahn.« Glücklicherweise stellte es sich später als Fehlalarm heraus, doch was Feuerwehrlern bei einer solchen Alarmmeldung auf der Fahrt zum Einsatzort durch den Kopf geht und wie sehr sie psychisch gefordert seien, darüber mache sich kaum jemand eine Vorstellung, so König. Kreisfeuerwehrarzt Holger Hübner empfahl das Helferinterventionsteam (HIT) des Kreisfeuerwehrverbandes, das Kameraden Beistand leistet, »wenn die Seele bei oder nach belastenden Ereignissen überläuft.«

Erfreut zeigte sich der Kreisbrandinspektor über ein Rekordergebnis bei der Zahl der Leistungsprüfungen. Insgesamt 341 Feuerwehrler legten einen Leistungstest erfolgreich ab, ein Ergebnis, das in den letzten zehn Jahren nicht erreicht wurde. 127 Floriansjünger legten die Leistungsprüfung »Wasser« ab, 171 die Prüfung der »Technischen Hilfeleistung« und 43 Feuerwehranwärter absolvierten die Jugendleistungsprüfung. Trotz der insgesamt guten Zahlen bedauerte König, dass nur bei sieben von 20 Feuerwehren die Jugendprüfung durchgeführt wurde und warb dafür, die Leistungsprüfungen zu einem festen Bestandteil der Ausbildung zu machen.

Fachlehrgänge haben sich bewährt

An den beiden Truppmann-Lehrgängen in Siegsdorf und Staudach-Egerndach nahmen 58 Feuerwehrler teil. Bestens bewährt habe sich der Fachlehrgang »Technische Hilfeleistung«, bei dem sich 23 Aktive fortbilden ließen. König würdigte die Feuerwehr Grassau, deren 1. Kommandant Alfred Mayer und die Ausbilder für die erstklassige Durchführung.

Verbessert wurde die Fahrzeugausstattung bei der Feuerwehr Inzell. Dort wurde ein Einsatzleitwagen in Dienst genommen, die Feuerwehr Staudach-Egerndach erhielt ein Mehrzweckfahrzeug und die Feuerwehr Oberwössen ein neues Versorgungsfahrzeug.

Personelle Veränderung in der Führung gab es bei der Feuerwehr Eisenärzt. Dort wurde Alfred Überegger jun. zum 2. Kommandant gewählt; bei der Feuerwehr Reit im Winkl ist Günther Braun neuer 1. Kommandant. Kreisbrandrat Hans Gnadl informierte, dass Fach-Kreisbrandmeister Christof Grundner künftig von Stefan Thurner als Fachberater für Atemschutz/Strahlenschutz unterstützt wird. Thorsten Lohner wurde zum Fach-Kreisbrandmeister EDV ernannt.

Lob von Bürgermeistern und der Polizei

Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger zollte den Feuerwehren im Namen aller Rathauschefs des Inspektionsbereichs Respekt. Dass die vielschichtige Arbeit der Feuerwehren in Ausbildung, Übung und Einsatz ehrenamtlich geleistet wird, werde häufig vergessen, verdiene jedoch große Anerkennung und Würdigung. Nicht zu vergessen die hervorragende Jugendarbeit, die von den Feuerwehren angeboten wird. Daniel Wagner von der Polizeiinspektion Grassau, würdigte die hohe Professionalität der Feuerwehren und wünschte, dass der Idealismus der Floriansjünger erhalten bleibt. Die Polizei sei nicht in der Lage, die vielfältigen Einsatzanforderungen alleine zu stemmen und brauche die Hilfe und Unterstützung der Feuerwehr. Die Zusammenarbeit mit der Polizei sei ausgezeichnet. Der ehrenamtliche, freiwillige Dienst für das Allgemeinwohl und die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr, um im Alarmfall für die Hilfe am Nächsten einzutreten, verdiene Hochachtung, so Wagner. pv