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Filialkirche in Kirchhalling wird renoviert

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Wonneberg: Filialkirche in Kirchhalling wird renoviert
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Pfarrer Andreas Ager (rechts) und Kirchenpfleger Heinrich Thaler begutachten den Turm der Kirchhallinger Kirche. (Foto: H. Eder)

Wonneberg – Bei der Filialkirche der Pfarrei Otting in Kirchhalling – beginnen nun nach jahrelangen Planungen, Vorarbeiten und Antragstellungen endlich die Renovierungsarbeiten. Dabei geht es hauptsächlich um die Erneuerung der Holzschindeln an Turm, Dach und Fassade, außerdem um Ausbesserungen am Dachstuhl.


Die Arbeiten sind auf rund 800.000 Euro veranschlagt, das Ordinariat gibt dazu einen Zuschuss von 95 Prozent. So bleiben für die Pfarrei Otting, zu der Kirchhalling gehört, noch rund 40.000 Euro, die großteils über Spenden aufgebracht werden müssen. Die Gemeinde Wonneberg gibt dazu einen Zuschuss von 5000 Euro.

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Seit gut einer Woche ist das Kirchlein komplett von einem gewaltigen Gerüst umgeben, das die Arbeiter der Erdinger Firma Westermaier aufgestellt haben. Nun wartet man in der Pfarrei darauf, dass die Zimmerer-Firma Klammer aus Oberhalling mit der Arbeit beginnt. Ende September, so hofft Kirchenpfleger Heinrich Thaler, sollte die Renovierung abgeschlossen sein, und dann wolle man – wenn Corona es bis dahin erlaubt – ein Riesenfest feiern.

Denn seine Vorgänger in der Kirchenverwaltung hatten schon jahrelang darauf hingearbeitet. Die komplizierte Antragstellung, die Genehmigungsverfahren in München in Zeiten einer kompletten Umstellung der Vorgaben des Ordinariats, das Einschalten eines Projektsteuerers und manch anderes bürokratisches Monstrum haben die Vorbereitungsphase auf Jahre hinaus verlängert. »Wir sind froh, dass wir trotz der Wahnsinnsbürokratie, trotz des Denkmalamts und trotz des Projektsteuerers nun endlich anfangen können«, macht Pfarrer Andreas Ager aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Und auch Thaler ist nun erleichtert, dass alle bürokratischen Hemmnisse so gut wie beseitigt sind. Auch wenn aufgrund des langwierigen Verfahrens nunmehr die Nebenkosten schon an die 30 Prozent der Bausumme ausmachen, was man den Gläubigen in der Pfarrei, die um Spenden für die Renovierung gebeten werden, nur noch schwer vermitteln könne.

Lediglich wegen des Streichens der Mauer nach den Bauarbeiten gibt es noch Vorbehalte der Denkmalpflege. Offenbar will man dort, dass die Fassade nicht komplett gestrichen wird, sondern dass nur Schadstellen ausgebessert werden.

In Otting dagegen hat man sich in weiser Voraussicht bereits vergangenes Jahr nach dem Kalkbrennerfest eine ausreichende Menge des in Kirchenmalerkreisen hochgeschätzten Diepertinger Kalks gesichert und dafür extra eine Kalkgrube gebaut. Nun will man zum einen diesen Kalk verwenden, nicht etwa – wie sonst meist üblich – Kalk aus Südtirol, und zum anderen will man die Kirchenmauer komplett streichen. Pfarrer Ager hofft, dass man gerade mit dem Argument des eigenen Kalks das Denkmalamt überzeugen kann.

Die Dachschindeln sind, wie sich bei einer Begehung zeigte, an der auch Planer Martin Jobst teilnahm, schon recht marode, teilweise ist auch schon etwas Feuchtigkeit ins Innere des Kirchleins gedrungen. Vor allem hat der Specht hier offensichtlich die Schindeln mit Bäumen verwechselt und ansehnliche Löcher verursacht, vielleicht aber haben sich tatsächlich dahinter Insekten eingenistet, die sich der Specht dann schmecken ließ.

Die Schindeln, um 1970 verlegt, waren, wie Kirchenpfleger Thaler erklärte, aus Zedernholz und sind gesägt worden. Die neuen Schindeln dagegen werden aus einheimischem Lärchenholz sein, das gespalten wird; dabei wird das Holz entlang der Faser getrennt und bleibt somit in der ganzen Schindellänge unzerstört erhalten. Dadurch verbessert sich die Haltbarkeit deutlich.

Das Dach, der 25 Meter hohe Zwiebelturm, und die Fassaden werden komplett neu mit Schindeln versehen. Zudem müssen die Dachrinnen gereinigt werden, die allerdings, da aus Kupfer, größtenteils erhalten bleiben können, außerdem sind kleinere Ausbesserungsarbeiten an den Fenstern notwendig. Das Turmkreuz und die darunter angebrachte Kugel sind bereits abmontiert und werden von Restaurator Christian Bauer aus Tabing verschönert. Außerdem muss die Kugel, die einen kleinen Riss aufwies, geschweißt werden. Danach wird sie neu vergoldet.

Das Sankt Nikolaus geweihte Kirchlein, das die Ortsansicht prägt, stammt ursprünglich wohl aus dem 12. Jahrhundert, wurde seitdem aber mehrfach umgebaut. In dem hölzernen Glockenstuhl hängen zwei kleine Glocken von etwa 50 Zentimetern Durchmesser, wovon eine aus dem Mittelalter, die andere von 1788 stammt. Nach Abschluss der Renovierung wird das altehrwürdige Gotteshaus, wie Pfarrer Ager abschließend feststellte, wieder in neuem Glanz erstrahlen. he