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Filigrane Kunst mit großer Ausdruckskraft

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Bürgermeister Franz Parzinger (rechts) und der Künstler Giovanni Gabriele vor einem seiner Werke. (Foto: mix)

Der Keramikkünstler Giovanni Gabriele aus Nettuno stellt noch bis zum Sonntag im Traunreuter Heimathaus eine vielfältige Auswahl seiner Werke aus. Bei der Vernissage bewunderten die Besucher die starke Ausdruckskraft und teils sehr filigrane Ausführung seiner Skulpturen und Reliefs.


Giovanni Gabriele (Jahrgang 1948) ist Maler und Bildhauer und stammt aus einer römischen Künstlerfamilie. Der Künstler widmete sich schon früh »mit Leib und Seele der Bildhauerei und schuf Werke von einzigartiger Intensität und Ausdrucksstärke«, wie es in seiner Vita heißt. Sein Lieblingsmaterial fand er schließlich in Terrakotta, mit dem er sich am besten auszudrücken vermag.

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Viele seiner Figuren sind in erdigen Brauntönen, andere ganz in Weiß gehalten. Besonders beschäftigt ihn immer wieder die Beziehung des Menschen zur Religion, er thematisiert in seinen Skulpturen außerdem unter anderem Themen wie Krieg, das Unbehagen des Menschen in der modernen Welt sowie die Gewalt gegen Kinder. Eine ganze Reihe an Preisen erhielt der Künstler bereits bei Ausstellungen in seinem Heimatland Italien und im Ausland.

»Künstler zu sein ist eine schwierige Aufgabe. Es heißt, nicht nur für sich sondern auch für andere zu sprechen, als wäre der Künstler ein von Gott Auserwählter, der in seinem Dienst steht, um jene Geister wachzurütteln, die mit ganzer Kraft alles tun, um stillzuhalten«, beschreibt Giovanni Gabriele seine Auffassung von Kunst. »Die Kunst ist ganz langsam zu mir gekommen, bis sie von mir, von jedem Teil meines Körpers und meines Geistes Besitz ergriffen hat.«

Frauke Tränkner von der Traunreuter Stadtverwaltung, die ihn bei der Ausstellungseröffnung kurz vorstellte, berichtete von großen Reliefs, die er angefertigt hat und die in seinem Atelier in Nettuno zu sehen sind. Eines zeigt »Das Jüngste Gericht«; es hat eine Größe von vier auf drei Meter und ist im Heimathaus als Bild zu betrachten. Am »Inferno« mit rund 4000 kleinen Figuren auf einer Größe von sechs mal sechs Metern arbeitete der Künstler insgesamt elf Jahre lang. »Die Skulpturen von Giovanni Gabriele scheinen zu leben, man spürt direkt die Emotionen des Künstlers bei der Entstehung«, so lautet eine Kritik zu seiner Kunst, die Frauke Tränkner vorlas.

Bürgermeister Franz Parzinger drückte seine Freude darüber aus, dass diese Ausstellung passend zum heuer gefeierten 40. Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Nettuno entstand. Es sei schon viele Jahre her, seit zuletzt ein Künstler aus der italienischen Stadt in Traunreut ausstellte. Franz Parzinger hob die starke Ausdruckskraft der Werke hervor, die mit viel Liebe zum Detail ausgeführt wurden.

Die Traunreuter Künstlerin Iko Müller lobte die feine Ausführung, die filigrane Arbeit und die unterschiedliche, ansprechende Darstellung der einzelnen Kunstwerke Gabrieles. »Das ist einmal ganz was anderes, so was sieht man bei uns sonst nie«, meinte eine weitere Besucherin. Zur musikalischen Umrahmung der Vernissage spielten Anna-Lena Mayer, Johanna Wallner und Patricia Mayer von der Musikschule Traunwalchen sehr passend ein Streichtrio in D-Dur von Felice De Giardini.

Die Ausstellung im Heimathaus ist bis 5. Mai täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet. mix

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