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Fink kündigt Schnitt beim HSV an

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HSV-Coach
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HSV-Trainer Thorsten Fink will seine Mannschaft umkrempeln. Foto: Marcus Brandt Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Thorsten Fink hat höhere Ambitionen, aber der aktuelle Kader des Hamburger SV ist damit überfordert.


«Wir wollen diesen Verein ganz nach vorne bringen, das geht nur mit Kontinuität», sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten nach dem mageren 1:1 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg.

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Aus eigener Kraft können die Hanseaten Platz sechs nicht mehr erreichen, Woche für Woche verpassen sie die Chance, auf den Europa-Zug aufzuspringen. Und genau deshalb kündigt Fink für die nächste Spielzeit eine andere Gangart im Verein an: «Wir müssen konsequent sein, müssen einen Schnitt machen. Wir brauchen Spieler, die mitziehen und Gras fressen für den Verein.» Das hatte Fink bereits vor Wochen gefordert.

Bisher hat sich der Coach meist vor sein Team gestellt, nun scheint seine Geduld am Ende. Die Frage ist nur: Wer muss weichen? Dennis Aogo überzeugt nicht mehr, der ausgeliehene Jeffrey Bruma geht sowieso. Sollte es Millionen-Angebote für Heung-Min Son geben, wäre der HSV gut beraten, den Stürmer angesichts dessen schwankender Auftritte abzugeben. Zusammen mit Artjoms Rudnevs bildete er ein Gespann, das viele technische Schwächen, wenig Übersicht und kaum Torgefahr bewies.

Bei 51 Gegentoren muss der Verein dringend in der Verteidigung nachbessern. Slobodan Rajkovic war zwar der zweikampfstärkste Spieler auf dem Feld und bügelte einige Fehler seines jungen Nebenmannes Zhi Gin Lam aus, er ist aber auch immer wieder für Patzer gut.

Nur der starke Jaroslav Drobny als Vertreter für René Adler hielt das Unentschieden fest. Der mit 1,7 Millionen Euro Jahresgehalt teuerste Ersatztorhüter der Bundesliga muss sich entscheiden, ob er Abstriche hinnehmen will bei einer Vertragsverlängerung. Es soll auch Angebote von Clubs geben, bei denen der Tscheche wieder die Nummer eins wäre. Das würde seine Position in der Nationalelf stärken.

In jedem Fall ist Sportdirektor Frank Arnesen gefragt, den Kader zu verkleinern und mit wenig Geld aufzubessern. Schon im Winter bot er gut verdienende Profis wie Marcus Berg und Gojko Kacar an, scheiterte aber. Es geht beim HSV auch um die Zukunft des Dänen, dessen Vertrag noch ein Jahr läuft. Bisher konnte er den Aufsichtsrat nicht davon überzeugen, vorzeitig zu verlängern. Dafür sind die Ansprüche in Hamburg zu hoch.

Für VfL-Manager Klaus Allofs könnte die Saison gern noch länger dauern, die Mannschaft findet immer besser zusammen: «Wir sind auf einem guten Weg. Wir müssen damit leben, dass es immer wieder Rückschläge geben wird. Aber es ist festzustellen, dass es sich nach vorne bewegt. Das zeigt auch die Reaktion der Fans: Man kann sich wieder mit dieser Mannschaft identifizieren.» Vom Aufsichtsrat des Tabellen-Elften habe es klare Worte zum Thema Europa League gegeben. «Wir werden das nicht mit der Brechstange anstreben. Wir wollen mittelfristig dorthin, natürlich auch so schnell wie möglich. Aber wir werden keine verrückten Dinge machen, um das zu erzwingen.» Man werde sich nur punktuell verstärken.