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Finsterer Bahnhof und Flächennutzungsplan

Bischofswiesen - Viel Gesprächsstoff gab es beim ersten Treffen der Unabhängigen Bürgervereinigung Bischofswiesen (UBB). Als großen Erfolg sahen die UBBler dabei den Bürgerentscheid zum Kressenfeld. Höchst unbefriedigend und gefährlich sei aber nach wie vor die Verkehrssituation am Bahnhof und am Ortseingang.

Für die UBB unverantwortlich: Der Zugang zum Bahnhof. Foto: privat

In den Monaten vor dem Bürgerentscheid sei seitens des Bürgermeisters immer wieder die Rede von Bevölkerungswachstum und steigendem Wohnraumbedarf mit dem Fokus auf Einfamilienhäuser und der Ablehnung von Einheimischenmodellen gewesen. Nach Ansicht der UBB sei aber nur so zu verhindern, dass immer mehr Zweitwohnungen gebaut werden und weniger betuchte Gemeindebürger das Nachsehen haben. Überhaupt ist es für die UBB’ler unverständlich, dass die gemeindeigenen Sozialwohnungen verkauft werden sollen und sich der Bürgermeister auf der Bürgerversammlung auf die Anfrage eines betroffenen Bürgers nicht öffentlich dazu äußern wollte. Unverständlich auch, dass dort eine Wohnung seit Anfang 2012 leer steht und nicht vermietet wird, obwohl es zahlreiche Interessenten dafür gibt, wie Betroffene zu berichten wussten. Nach Ansicht von UBB-Vorsitzendem Sepp Stangassinger sollte das Gemeindeeigentum der Sozialwohnungen nicht verkauft werden. Denn es gebe zahlreiche Bürger mit niedrigem Einkommen.

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»Dass unsere Behörden und der Bürgermeister wissen, wie man Haltestellen und Übergänge für den öffentlichen Personenverkehr gestaltet, sieht man am Panorama Park. Dort wurde sogar die Abbiegespur verkürzt, um die mit einer Peitschenleuchte erhellte Verkehrsinsel für die Fußgänger an der richtigen Stelle zu platzieren«, merkte ein Versammlungsteilnehmer an. Sogar der Fahrplan im Wartehäuschen sei beleuchtet. Das finde sich sonst nirgends in Bischofswiesen. Im Gegenteil: Zugreisende, die in Bischofswiesen aussteigen, seien des Öfteren öfteren mit Taschenlampen beobachtet worden.

Die Installation einer Peitschenleuchte wurde mit dem Argument einer erzeugten Scheinsicherheit für die Fußgänger abgelehnt, weil diese dann glauben könnten, an der Stelle befinde sich ein Fußgängerüberweg. »Für wie dämlich dürfen Fußgänger eigentlich gehalten werden?«, fragte nicht nur UBB-Mitglied Rita Poser.

Immer wieder hätte sich von November bis Januar in den Morgenstunden beobachten lassen, wie rücksichtslose Auto- und Lkw-Fahrer einfach auf dem Fußweg fahren, um die Linksabbieger ohne Rücksicht auf Fußgänger zu überholen. »Mit einer richtigen Beleuchtung können solche Gefahren reduziert werden«, .

Auf der Bürgerversammlung wurde die Lage des Ortseingangsschildes nochmals zu Recht kritisiert, denn der Ort beginnt an der Abzweigung nach Loipl. »Diese Häuser stehen nicht im Außenbereich und gehören zur Ortschaft. Kreisverkehre an Ortseingängen sind absolut üblich und unabhängig davon, ob sich dort eine Bundesstraße mit einer Staats- oder Gemeindestraße kreuzt,« so Poser. Außerdem wäre die Geschwindigkeit am Bahnhof und der Feuerwehrausfahrt geringer.

Der Vorschlag des Planungsbüros Steinert, den Bahnhof zu einem Mobilitätszentrum zu entwickeln, sei ganz hervorragend, ist sich die UBB sicher. Zum einen für die zahlreichen Schüler, die mit dem Zug fahren, für Pendler, für Touristen und Senioren. Deren Zahl sei in Bischofswiesen überdurchschnittlich hoch. Und auch sie hätten ein Recht auf Mobilität. Aber der Bischofswieser Bahnhof sei zu Fuß für sie nahezu ebenso unerreichbar wie für Rollstuhlfahrer.

Zugesagt sei im Zusammenhang mit dem Bau des Feuerwehrhauses gewesen, die Verkehrssituation für die Bahnnutzer zu verbessern, was aber bisher nicht geschehen sei. Angesichts der wiederholt auftretenden Gefahrensituationen sei es eine Frage der Zeit, wann der nächste Unfall passiert. Soweit dürfe es aber nicht kommen. Genauso wenig wie zur Anwendung der Straßenausbaubeitragssatzung. »Es ist ein Unding«, so Gemeinderat Paul Grafwallner, »die gemeindeigene Verkehrsinfrastruktur wie die Bahnhofsbrücke erst verlottern zu lassen und dann aber die Kosten auf die anliegenden Grundstückseigentümer umzulegen«.