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Die Fläche links des Weges in Teisendorf/Waschau bleibt weiterhin als landwirtschaftliche Fläche dargestellt und wird nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in ein allgemeines Wohngebiet umgewandelt. (Foto: Konnert)

Flächennutzungsplan muss nochmals überarbeitet werden

Teisendorf – Zum wiederholten Male hat die zweite Änderung des Flächennutzungsplans den Marktgemeinderat Teisendorf beschäftigt. In der jüngsten Sitzung ging es um die Abwägung der während der öffentlichen Auslegung und Behördenbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen zu den geplanten Änderungen für zehn Bereiche in Teisendorf, Weildorf, Stegreuth und Patting.


Seitens der Öffentlichkeit ist nur eine Stellungnahme zum Änderungsbereich Teisendorf-Waschau eingegangen. Dort soll das allgemeine Wohngebiet erweitert werden, um Wohnbauflächen vorzuhalten. Eine angrenzende Firma hat eine schalltechnische Untersuchung bei einem Fachbüro in Auftrag gegeben zur Beur-teilung der von dem Betrieb ausgehenden Geräuschemissionen. Das Ergebnis und die sich daraus ergebenden Folgerungen für die Änderung des Flächennutzungsplans wurden der Verwaltung in einem anwaltlichen Schreiben mitgeteilt, das die Gemeinderäte abwägen mussten.

Laut den geltenden Vorschriften, so Bauamtsleiter Steinbacher in der Sitzung, sind für allgemeine Wohngebiete, wie es dort ausgewiesen werden soll, Immissionsbelastungen von maximal 55 Dezibel tags und 40 Dezibel nachts zulässig. Das Schallgutachten weist nach, dass für das unmittelbar an die Firma angrenzende Grundstück im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Gewerbebetrieb diese Immissionsrichtwerte weder tags noch nachts eingehalten werden können. Dieser Überschreitung kann im Bebauungsplanverfahren nicht begegnet werden. Die an den Betrieb zu nah heranrückende Wohnbebauung würde diesen in unzumutbarer Weise einschränken.

Der Bau- und Umweltausschuss des Marktgemeinderats hat aus diesem Grund den Beschluss gefasst, das unmittelbar an den Betrieb angrenzende Grundstück weiterhin als landwirtschaftliche Fläche zu belassen und die Änderung des Flächennutzungsplans in allgemeines Wohngebiet nur auf ein vom Betrieb etwas weiter entferntes Grundstück zu beziehen.

Von den Stellungnahmen von Behörden haben nur welche in Bezug auf die Änderungsbereiche Patting, Neukirchen/Badweg und Teisendorf/Knogl eine Abwägung erfordert. In Neukirchen am Badweg soll das allgemeine Wohngebiet erweitert werden. Dort ist am Ortsrand die Ergänzung der bestehenden Bebauung durch mehrere Bauparzellen geplant. In Patting wird mit der Änderung des Flächennutzungsplans im Dorfgebiet die Darstellung an das geltende Baurecht angepasst und als Innenentwicklung gewertet. In »Teisendorf-Knogl- Teilfläche West« soll im Rahmen des Änderungsverfahrens eine Baulücke mit einem allgemeinen Wohngebiet aufgefüllt werden, welches auch die Bestandsbebauung umfasst.

Für Patting hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Ergänzung im Umweltbericht gefordert. Die Aussage im Umweltbericht, dass eine »gewisse Belastung« des Grundwassers durch die landwirtschaftliche Nutzung bestehe, sei zwar korrekt, dennoch gelte das Gebiet um Patting nicht als »belastet« im Sinne der Düngeverordnung. Der Gemeinderat hat die Stellungnahme zur Kenntnis genommen und beschlossen, den Umweltbericht um die konkrete Stickstoffbelastung des Grundwasserkörpers im Gemeindegebiet zu ergänzen.

Für das Gebiet Neukirchen/Badweg, das im Einwirkungsbereich der südlich verlaufenden Autobahn A8 ist und an das im Norden eine Schreinerei angrenzt, verlangt die Immissionsschutzbehörde des Landratsamts Vorschläge zur Lösung der Belästigung durch Verkehrslärm. Laut Beschluss des Gemeinderats soll dieses Problem über eine gutachterliche Betrachtung auf Bebauungsplanebene gelöst werden. Entsprechende Maßnahmen sind dann im Bebauungsplan festzusetzen.

Für »Knogl-Teilfläche West« wurde nach Abwägung der Stellungnahmen des Landratsamts Berchtesgadener Land beschlossen, diesen Bereich als Mischgebiet darzustellen und nicht – wie ursprünglich geplant – als allgemeines Wohngebiet. Durch die Änderungen und Ergänzungen wurden die Grundzüge der Planung berührt, so dass eine erneute öffentliche Auslegung und Behördenbeteiligung notwendig geworden ist.

kon