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Flammen fressen sich in Portugal weiter vorwärts

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Besorgte Anwohner
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Besorgte Anwohner in Aldeia do Pessegueiro, nordöstlich von Lissabon. Die Menschen sind geschockt: «In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen», so ein Anwohner. Foto: Atlantico Press Foto: dpa
Löscharbeiten
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Löscharbeiten in Pedrogão Grande: Derzeit sind mehr als 900 Feuerwehrmänner mit knapp 300 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen im Einsatz. Foto: Rui Oliveira Foto: dpa
Ausgebrannter Lkw
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In der Nähe von Moita wurde der ausgebrannte Lkw zum Teil unter einer Hausmauer begraben. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa
Waldbrand in Portugal
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Ein PKW steht zwischen den kleinen Ortschaften Casalinho und Enchecamas, etwa 150 Kilometer nordöstlich von Lissabon auf einer Straße neben brennendem Buschwerk und Bäumen. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa
Zerstörungen
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Viele Menschen sind fassungslos. Eine ältere Frau weinte und rief: «Das ist das Ende der Welt.» Foto: Peter Kneffel Foto: dpa
Ausgebranntes Auto
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Vor allem für viele Autofahrer wurde das durch Winde stark angefachte Feuer zur Todesfalle. Foto: Armando Franca Foto: dpa
Waldbrände in Portugal
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Etliche der später tot geborgenen Menschen waren mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen. Foto: Armando Franca Foto: dpa
Opfer
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Ein Polizist steht im Wald bei Pedrogao Grande neben einer zugedeckten Leiche. Foto: Armando Franca Foto: dpa
Anwohner
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Ein Mann beobachtet in Avelar einen Waldbrand auf einem Hügel nahe der Stadt. Foto: Armando Franca Foto: dpa

In Portugal kämpfen Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Zivilschutzes und des Militärs unermüdlich gegen den schlimmsten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte. Ein Ende des Alptraums ist noch nicht in Sicht.


Lissabon (dpa) - Der verheerende Waldbrand mit mindestens 62 Todesopfern in Portugal wütet weiter. Die Flammen fressen sich weiter im Bezirk Leiria 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon durch die bergige Waldregion auf vier Fronten vorwärts.

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Sie bedrohen mehrere Dörfer und sind nahe dran, auch die Nachbar-Bezirke Coimbra und Castelo Branco zu erreichen, wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf Sprecher der Feuerwehr und des Zivilschutzes berichtete. Für die Einsatzkräfte gibt es keine Pause.

Unter anderem seien zehn Bewohner des kleinen Dorfes Aguda heute in Sicherheit gebracht worden, hieß es. In der Region um den Kreis Pedrógão Grande sind nach einer Mitteilung des Zivilschutzes mehr als 900 Feuerwehrmänner mit knapp 300 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen im Einsatz. Trockenheit, Temperaturen von mehr als 30 Grad und starke Winde behindern den Angaben zufolge die Löscharbeiten.

Die Zahl der Todesopfer blieb seit Sonntagabend zwar unverändert, die Behörden warnen aber, dass diese noch steigen könne. Man habe nämlich einige Gebiete noch nicht erreichen können, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Jorge Gomes, vor Journalisten. Die Zahl der Verletzten hatte Innenministerin Constança Urbano de Sousa am Sonntagabend mit 62 angegeben.

Eine von der Regierung angeordnete dreitägige Staatstrauer begann heute. Ministerpräsident António Costa sagte: «Die Tragödie schockiert uns durch ihre Dimension.»  Es ist der Waldbrand mit den meisten Todesopfern in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen. Die EU sagte dem Land Hilfe zu. Auf Bitten Portugals würden Löschflugzeuge organisiert. Frankreich habe drei Maschinen zugesagt. Zudem helfe Spanien mit zwei Flugzeugen. 

Das Feuer war am Samstag aufgrund eines Blitzschlags an einem Baum in Pedrógão Grande ausgebrochen. Wegen starker Winde breitete es sich rasch aus und wurde vor allem für viele Autofahrer auf einer Nationalstraße zur Todesfalle, als das Feuer ihre Wagen einschloss. Auf der «Todesstraße», wie Medien schrieben, starben mindestens 30 Menschen. Viele Opfer verbrannten bis zur Unkenntlichkeit.

Zudem wurden in der dünn besiedelten, von Pinien- und Eukalyptusbäumen beherrschten Region Dutzende Häuser zerstört. Über die Größe der zerstörten Waldfläche wurden zunächst keine Angaben gemacht. Viele Menschen sind schockiert und fassungslos. Eine ältere Frau weinte und rief: «Das ist das Ende der Welt.» Eine andere Frau sagte im TV-Sender RTP: «Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles.» Ein Mann meinte: «In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen.»