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Fließwasserkraftwerke sind machbar

Unterwössen. Im Rahmen der Bürgerversammlung in Oberwössen nahm der Geschäftsführer des Ökomodells Achental, Wolfgang Wimmer die Gelegenheit wahr, die von den Achental-Gemeinden geplanten Fließwasserkraftwerke an der Tiroler Achen vorzustellen. Im ersten Schritt, zwei Kraftwerken in Schleching-Ettenhausen und in Almau, sind die Unterwössner nicht direkt betroffen. Im zweiten Schritt sind dann an der Brücke zwischen Unterwössen und Schleching-Raiten und an der Brücke in Grassau zwei Fließwasserkraftwerke geplant.

Der Bedarf und die Energiewende seien klar vorgegeben, meinte Wimmer. Bis 2020 soll nach Planung der Achentalgemeinden und des Ökomodells das Achental energieautark sein. Der Energiebedarf sei auf Grundlage eines verlässlichen Datenbestandes geschätzt worden. Ausbau und Modernisierung von Wasserkraft-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen sollen dem Bedarf gerecht werden. Die dann noch bestehende Deckungslücke sollen vier Fließwasserkraftwerke an der Tiroler Achen schließen. Nach der Machbarkeitsstudie seien solche Kraftwerke technisch und wirtschaftlich machbar, so Wimmer.

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Das Ökomodell und die Achentalgemeinden wollen nun zwei Kraftwerke in Schleching-Ettenhausen und Almau errichten. »Es ist meine feste Überzeugung, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben«, so Wimmer. Er unterstrich den Handlungsbedarf. Selbst wenn man die im zweiten Schritt geplanten vier Fließwasserkraftwerke habe, bestehe bis 2020 noch eine Bedarfslücke. Er hoffe, dass sich diese schließt, weil die bisherigen Planungen auf zuverlässiger und umfangreicher Datengrundlage sehr konservativ geschätzt seien. »Wir können es uns nicht aussuchen. Wir müssen uns entscheiden für das eine oder andere.«

Ausdrücklich sprach Wimmer mögliche Veränderungen des Grundwasserspiegels durch die Fließwasserkraftwerke an. Landwirte hatten zur Machbarkeitsstudie die Sorge geäußert, dass dies für die Landwirtschaft im Tal durchgreifende, wenn nicht gar existenzielle Probleme bringen könne. In seiner Präsentation skizzierte Wimmer, dass es ohne weitere Maßnahmen tatsächlich zu einem Ansteigen des Grundwasserspiegels führe. Mit den Fachleuten vertritt er aber die Auffassung, dass es eine ganze Reihe an Werkzeugen und Möglichkeiten gibt, den Grundwasserspiegel trotz der Fließwasserkraftwerke niedrig zu halten.

In seinem Schlusswort sagte Wimmer, »mir ist es ganz wichtig, dass es eine Bürgereinrichtung wird.« Schön wäre es, wenn sich alle neun Gemeinden mit 33 000 Einwohnern beteiligten. Dann wäre Ansprechpartner für die Energieversorgung im Achental ein gemeinsames, kommunales Unternehmen der Ökomodellgemeinden. »Ich bin gerne bereit voranzugehen, aber ich benötige dafür natürlich einen breiten Rückenwind.« lukk