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Flip Flop Fly

Offensichtlich macht Abwechslung Freude! Denn die Fangemeinde der Live-Musik-Gigs im Traunsteiner Café Tres war sich einig, was die Musik von G.M. and the Blues Busters betraf: »Mal ganz was anderes, aber echt super Sound!« Statt Rock pur brachten sie nämlich Boogie, Shuffle, Jive und angeswingten Blues mit.

Gut drauf im Tres (v. l.): Arno Wahler, Peter Lechner, Georg Meier, Sebastian Wolfgruber und Christian von Le Suire. (Foto: Barbara Heigl)

Das letzte Mal haben sie 2011 im Tres gespielt, und wie damals ließen sie es auch diesmal höllisch grooven. Man denke nur an das wunderbare »Mystery Train« das manch einer vielleicht in der Bill Wymanschen Rhythm King-Version im Ohr hat, hinter der sich die Band aber nicht zu verstecken brauchte. Außerdem gab es am Schlagzeug mit Sebastian Wolfgruber einen jungen Ersatzmann für Peter Janotta zu bestaunen; er hatte seine Schießbude so gut im Griff, dass man immer wieder ungläubig den Kopf schüttelte. So jung und schon so gut! Zarte zwanzig Jahre, Musikstudent in München mit Nebenfach Klavier.

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Sonst die Band wie immer, mit ihrem illustren Keyboarder Arno Wahler, der einen fantastischen Sound produziert und aussieht, als käme er gerade aus der Rocky Horror Show heraus spaziert. Er ist Dozent an der Münchner Musikhochschule, nicht nur für Blues, Boogie und Klassik, sondern unter anderem auch für Kirchenmusik.

Furios sein Ragtime-Solo »Cannonball«, bei dem er sogar kurz die »Alte Kath« musikalisch vorbeischauen ließ, was das Publikum amüsiert zur Kenntnis nahm.

Und auch der Saxofonist Peter Lechner ließ nichts anbrennen, auch wenn er das meiste auf heißer Flamme kochte. »Flip Flop Fly« (I'm gonna buy me a chicken), das einen so herrlich an den Animationsfilm »Chicken Run« erinnerte, war so ein Stück.

Dann natürlich G.M. (Georg Meier) höchstpersönlich, der als Leader, Sänger und Gitarrist seine »Dicke Berta«, wie er eine seiner Gitarren liebevoll nannte, ordentlich schrubbte und zupfte, und die ihm auch einen Stoß gegen die Hängelampe nicht übelnahm. Mit »Restless« von Paul Perkins, der Eigenkomposition »It comes to me naturally« oder »I am busted« von Ray Charles begeisterte er das Publikum.

Mitunter kräftig schnalzen ließ es Christian von Le Suire an seinem Kontrabass, was dem musikalischen Geschehen nochmal zusätzlich ordentlich Pfeffer verlieh. Nicht nur den »This is what you get«-Blues oder »Jumping so long« brachte er mit seinem Kontrabass gut auf den Punkt, auch in der elektrifizierten Version sorgte er für ordentlich Schubkraft.

Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus für den – wie von G.M. versprochen – munteren Abend, und die Band quittierte dies mit der »I get to let you know«-Polka und dem Stück »I'm ready to Rock'n'Roll« im Zugabenblock. Barbara Heigl