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»Foama hoam« – Almabtrieb vom Scheibenkaser zum Lusabethlehen

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Die Kühe auf dem Weg zum Lusabethlehen. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)
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Sennerin Viktoria Huber, auch »Dore« genannt.

Marktschellenberg – Der Almabtrieb vom Scheibenkaser zum Lusabethlehen in Ettenberg hat kürzlich stattgefunden. Mit dabei beim sogenannten »Hoamfahren« war Viktoria Huber. Sie ist seit 42 Jahren Sennerin unter den steil abfallenden Felswänden des Untersbergs. In Bergsteiger- und Einheimischenkreisen wird sie »Dore« genannt.


Die längste Zeit ihres Almsommers verbringt sie am Zehnkaser. Zu Beginn und zum Ende des Almsommers hält sie sich mit ihren Tieren jeweils eine Woche am Scheibenkaser auf. Der Zehnkaser und der Scheibenkaser am Untersberg sind nur zu Fuß erreichbar. Lediglich ein schmaler alpiner und teilweise ausgesetzter Steig geht vom Scheibenkaser zum Zehnkaser. Das macht die Bewirtschaftung der Alm für den Lusabether aufwendig, der die beiden Kaser bewirtschaftet. Am vergangenen Sonntag ist die Sennerin Viktoria Huber heimgefahren.

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Kaum einer kennt das Ende der Almzeit vom Lusabeth-Bauern. Wenig Zuschauer sind beim Almabtrieb. Dennoch wird an der Berchtesgadener Tradition des »Aufkranzen« festgehalten. Dabei ist die Sennerin ein Stück voraus gegangen.

Sie traf auf Bekannte – unter anderem die HuberBuam, die mit dem Fahrrad zu den Felswänden fuhren. Am Scheibenkaser wurde den Tieren der »Votzzaum« angelegt und Latschenboschen aufgestellt. Dann ging es hinunter. Dabei waren die Treiber körperlich gefordert. Bei der Almberger Säge hielt man die Herde zusammen. Die Kühe bekamen die Fuikln aufgesteckt. Die Truppe ging an der Wallfahrtskirche Ettenberg vorbei zum Lusabethlehen. »Dore« wurde von Einheimischen am Wegesrand begrüßt. Sie verschenkte dem ein oder anderen ein »Almrauschsteidei«. Die Sennerin war glücklich, denn alle Tiere sind gesund angekommen.

Bernhard Stanggassinger