weather-image
11°

Förderverein will Altarbild in der Salinenkapelle reinigen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Der Förderverein Alt-Traunstein plant, das Altarbild in der Salinenkapelle reinigen zu lassen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Eine Reihe von Projekten plant der Förderverein Alt-Traunstein. Unter anderem will er der Stadt finanziell unter die Arme greifen, wenn sie zum einen das Dach der Blitzkapelle saniert und zum anderen die restaurierte Fahne der Veteranen ausstellt, die an Napoleons Russlandfeldzug 1812 teilnahmen. Und auch ein Nachtrag zum Projekt Salinenpark steht auf dem Programm.


So erläutert Vorsitzender Richard Kraft im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, dass der Verein einen besonderen Stein setzen will: einen Felsen, in dem Kristalle eingearbeitet sind, die dann in der Nacht leuchten. Ein großes Projekt hat der Förderverein in den vergangenen Jahren gestemmt: Zusammen mit der Stadt hat er den Salinenpark in der Au geschaffen. In der nächsten Zeit wird er hingegen – wie Schriftführer Otto Huber sagt – »kleinere Brötchen backen«.

Anzeige

Ganz oben auf der Liste steht die Reparatur des Daches der Blitzkapelle. Der Förderverein habe der Stadt angeboten, die Sanierung mit 10.000 Euro zu unterstützen, berichtet Kraft. Ihr obliege nun die Entscheidung, die Baumaßnahme in Angriff zu nehmen und die Förderung abzugreifen. Das Dach sei nicht mehr dicht, so Kraft, Wasser dringe immer wieder ein.

Die Blitzkapelle, die 1562 die erste urkundliche Erwähnung fand, steht auf dem alten Kirchenweg, der von Traunstein nach Haslach führt. Bis 1639 hatte die Stadt keinen Friedhof besessen – und so musste man die Toten in Haslach beerdigen.

Der Leichengang führte über die Wartberghöhe, wo am höchsten Punkt eine kleine Kapelle mit einem Mauersockel in der Mitte stand. Auf diesem Sockel konnte der Sarg zur Rast abgestellt werden. Meist war diese Verschnaufpause mit einer kurzen Andacht verbunden. Der Name »Blitzkapelle« kam Mitte des 19. Jahrhunderts auf, nachdem am 3. Juli 1853 drei Männer, die in der Kapelle Schutz gesucht hatten, vom Blitz erschlagen wurden.

Die Renovierung der Blitzkapelle hatte den Förderverein im Jahr 1984 insgesamt 60.000 D-Mark gekostet. Das Geld spendeten seinerzeit Bürger in Traunstein.

Reinigen will der Förderverein das Gemälde, das den Altar in der Salinenkapelle schmückt. Ruß und Staub haben sich nach Angaben von Kraft und Huber über das Kunstwerk gelegt. Und diese Patina möchte der Förderverein auf seine Kosten beseitigen lassen. Aus dem Pfarramt St. Oswald habe der Verein vor kurzem das Okay bekommen, sagt Kraft. Die Kirchenstiftung, die zurzeit St. Oswald mit viel Geld saniert, sei sehr froh, dass der Förderverein sich des Bildes in der Salinenkapelle annimmt.

Das Altarbild war eine Auftragsarbeit von Herzog Maximilian I., der die Saline Traunstein baute und 1619 in Betrieb nahm. Das Gemälde ist besonders wertvoll, weil eine politische Aussage mit ihm verbunden ist. So ist das Altarbild eine Allegorie auf den sogenannten Salzkrieg von 1611 zwischen Bayern und dem Land Salzburg, den Herzog Maximilian gegen Erzbischof Wolf-Dietrich von Raitenau gewann.

Der Förderverein hat sich mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Verbindung gesetzt. Geplant ist, dass eine Expertin nach Traunstein kommt. Und dann hofft der Verein vor allem auch, dass er erfährt, was denn die Reinigung in etwa kostet. Bislang habe der Verein, so der Vorsitzende, »keine Ahnung«, welche Ausgaben die Reinigung nach sich zieht.

Der Förderverein will die Stadt unterstützen, wenn sie die Fahne der Veteranen des Russlandfeldzugs 1812 nach der Restaurierung nun in der Öffentlichkeit zeigt. Kraft berichtet, dass der Förderverein zugesagt habe, die Kosten für die Anschaffung einer Glasvitrine in Höhe von rund 4800 Euro zu übernehmen.

Der Förderverein hatte in der Vergangenheit schon einmal die Erinnerung an den Russlandfeldzug belebt. So beteiligte er sich 2012 mit einem Zuschuss in Höhe von 12 000 Euro an der Renovierung des Obelisken im Stadtpark, der an die bayerischen Soldaten erinnert, die mit Napoleon nach Russland marschieren mussten.

Noch nicht weit fortgeschritten seien die Pläne des Fördervereins, ein »Salzkristall« im Salinenpark aufzustellen, so der Vorsitzende. Dieser Felsen mit Kristallen sei mit Ausgaben in einer Höhe von rund 50 000 Euro wieder ein großes Vorhaben. Als erstes sei ein Beleuchtungskonzept vonnöten, dann seien alle weiteren Schritte vorzunehmen. Vorsitzender Kraft schätzt, dass noch drei bis vier Jahre ins Land gehen werden, ehe das Salzkristall steht.