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Plädoyers am Mittwoch

Forderungen im Drogenprozess: Sechs Haft- und Bewährungsstrafen, ein Freispruch

Foto: Montage (dpa; l. David Ebener, r. Daniel Karmann)

Traunstein – Wegen bandenmäßigen Drogenhandels stehen sieben Pakistani vor dem Traunsteiner Landgericht. Das Verfahren gegen die sieben angeklagten Asylbewerber läuft bereits seit Mitte November.


Angeklagt sind die sieben Asylbewerber wegen des bandenmäßigen Drogenhandels in mehr als 200 Fällen. Die Männer im Alter zwischen 22 und 40 Jahren handelten die Rauschmittel aus mehreren Asylbewerberheimen im Kreis Rosenheim heraus. Am Mittwoch wurden vor der Jugendkammer am Landgericht Traunstein die Plädoyers abgehalten.

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Ende Dezember entließ der Vorsitzende Richter Dr. Klaus Weidmann den vermeintlichen Bandenchef, der bis dato bereits seit rund acht Monaten in U-Haft saß, auf freien Fuß. Er musste zu den weiteren Verhandlungstagen freiwillig erscheinen.

Die meisten der Angeklagten, die ihrerseits Geständnisse ablegten, sind Ersttätter ohne Vorstrafen. Für Verwirrung sorgte zwischenzeitlich auch ein geladener Kronzeuge, der sich mit seinen Aussagen bei seiner Vernehmung und anschließend bei der Hauptverhandlung in Widersprüche verstrickte. Alle Verteidiger äußerten durchwegs Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen, sodass auch Staatsanwältin Schwegler bei der Verhandlung am heutigen Mittwoch die ursprüngliche, belastende Zeugenaussage fallen ließ und sich – gleichlautend mit der Verteidigung – für den Freispruch eines 22-Jährigen aussprach.

Folgende Strafen forderte Staatsanwältin Carolin Schwegler für die sieben Angeklagten:

  • 29-Jähriger aus Raubling: 3 Jahre, 9 Monate
  • 31-Jähriger aus dem Allgäu: 3,5 Jahre
  • 29-Jähriger aus Raubling: 2 Jahre auf Bewährung
  • 22-Jähriger aus Neubeuern: 15 Monate Jugendstrafe auf Bewährung
  • 35-Jähriger Pakistani aus Rohrdorf: 15 Monate auf Bewährung
  • 40-Jähriger aus Rohrdorf: 14 Monate auf Bewährung
  • 22-Jähriger aus Rohrdorf: Freispruch

Das Urteil wird für diesen Freitag erwartet.