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Forstinventur bestätigt nachhaltiges Wirtschaften

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Die ausgewerteten Daten der Waldinventur präsentierten (links) Andreas Nenninger, Sarah Becker und Dr. Daniel Müller. Diese werden nun in einem nächsten Schritt genauer untersucht. (Foto: Bauregger)

Schneizlreuth – Derzeit erhebt ein neunköpfiges Experten-Team aus München in den Wäldern der Forstbetriebe Berchtesgaden konkrete Daten, etwa über den Baumbestand und die Baumarten auf den unterschiedlichen Flächen, den Stand der Naturverjüngung, den Anteil an Totholz oder vorhandener Naturschutzflächen oder Biotope.


Über das Projekt informierte der Leiter der Forstbetriebe Dr. Daniel Müller oberhalb des Jochbergs nahe der ehemaligen Eckartalm in Weißbach zusammen mit dem Sektionsleiter der Forsteinrichtung Andreas Nenninger. Mit dabei war auch Sarah Becker, die dort die Daten eines Gebiets, das rund 6000 Fußballfeldern entspricht, erfasst.

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Bereist im vergangenen Jahr wurde eine Inventur des Waldes durchgeführt. Wie Andreas Nenninger nun mitteilte, habe die Auswertung dieser Daten schon ergeben, dass die Forstbetriebe Berchtesgaden in den vergangenen zehn Jahren nachhaltig gewirtschaftet haben. Für diese Inventur entstanden Kosten in Höhe von 350 000 Euro. Forstbetriebsleiter Müller schätzte, dass nun für die künftige Planung noch einmal etwa 400 000 Euro investiert werden.

Laut Nenninger wurden die Inventurdaten von 2017 über den Winter hinweg genauer ausgewertet. Sie waren an 2500 dauerhaft fest definierten Erfassungspunkten ermittelt, um alle zehn Jahre die erhobenen Daten vergleichen zu können. An diesen Punkten wurden unter anderem die für die weitere Planung enorm wichtigen Informationen zum Wald, dessen allgemeiner Zustand, die Baumarten, die Baumhöhen und die Baumdurchmesser dokumentiert und ein 150 Seiten umfassender Bericht erstellt. Auf Grundlage dieser Daten erfassen nun Mitarbeiter der Forsteinrichtung wie Sarah Becker die eingangs erwähnten Daten flächendeckend und stellen die Entwicklungsstadien fest.

Diese sind auf einer älteren Karte farblich abgestuft dargestellt, wie Nenninger und Becker zeigten. Hellgrün steht etwa für Flächen im Entwicklungsstadium oder lila sind Bereiche eingefärbt, auf denen Mehrschichtbestände mit Naturverjüngung zu finden sind. Gelbe Flecken auf der Karte zeigen dem Fachmann, dass hier Altbestände mit abnehmender Vitalität zu finden sind, in denen keine Naturverjüngung stattfindet und der Waldboden vergrast. Hier wäre es notwendig einzugreifen, um den Schutzstatus des Waldes zu verbessern.

Anschaulich erklärten dies Nenninger und Müller anhand der ehemaligen Eckartalm. Dort gebe es Altbestände mit niedriger Naturverjüngung, Mischbestände, in denen schon Tannen, Fichten, Buchen, Mehlbeere und Vogelbeere in einer Höhe von bis zu drei Metern heranwachsen und Bereiche, in denen keine neuen Bäumchen heranwachsen. Trotzdem würde in diesem Fall hier nicht nachgepflanzt, da dieses Gebiet Lebensraum für das Auerwild ist und diese Vogelart offene Waldstücke zum Leben brauche, so Dr. Müller.

Neben dieser Karte auf der die Entwicklungsstadien zu sehen sind, werden für die spätere Bewertung und die Zukunftsplanung noch weitere Übersichtskarten herangezogen. So die Standortkarte und die Schutzwaldkarte, denn immerhin sind Zweidrittel des Waldbestands im Forstbetrieb Berchtesgaden als Schutzwald deklariert. Diese definierten Bereiche müssen, insbesondere in den Siedlungsgebieten, äußerst gründlich angeschaut und bewertet werden, um die Risiken von Hangrutschungen, Lawinen oder durch Steinschlag erkennen zu können.

Aufschlussreich war auf der Klimakarte zu sehen, welche Klimarisiken für die Fichte im Jahr 2050 und 2100 oder der Baumarten wie Buche, Kiefer, Tanne und Lärche im Jahr 2100 prognostiziert wird. Daraus ging hervor, dass große Risiken eher in den flacheren Teilen des Voralpenlands gegeben sind. Wie Nenninger weiter sagte, sei es aus ökologischer Sicht auch Ziel, mindestens 40 Kubikmeter Totholz zu belassen und nur etwa 30 Prozent des Holzes in den nächsten zehn Jahren zu nutzen. Für die Komplettverjüngung eines Bestandes werden etwa 50 Jahre kalkuliert.

Positiv sei es, dass die Vielfalt der Baumarten größer wird. Eine Nutzung wie bisher ist laut Nenninger auch weiterhin möglich, da der Holzvorrat gleichgeblieben ist. Hauptziel des aktuellen Projekts ist es, allen späteren Nutzern eine gute Orientierungshilfe und eine Dokumentation der Realität an die Hand zu geben.

Für Dr. Müller ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Bestandsaufnahme möglichst genau erfolgt um eine gute Arbeits- und Entscheidungsgrundlage für die Forstbetriebe in den nächsten zehn Jahren zur Verfügung zu haben. Wichtig ist es aus seiner Sicht aber, vor Drucklegung der neuen Karten, die Ziele und Planungen auch mit ihm und den Revierleitern final abzustimmen und deren Erfahrungen und Ortskenntnisse einfließen zu lassen. wb