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Fortunas Lage spitzt sich zu - Fink: »Sieg oder Sarg«

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Düsseldorfs Manager Wolf Werner war sehr unzufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Foto: Jonas Güttler Foto: dpa

Düsseldorf (dpa) - Wolf Werner ging der Hut hoch. Fortuna Düsseldorfs Manager fällte nach der völlig unnötigen 1:2 (1:0)-Pleite gegen den 1. FC Nürnberg ein vernichtendes Urteil.


»Die Leistung war völlig inakzeptabel. Das hatte nichts mit Abstiegskampf zu tun und gibt auch keine Hoffnung«, befand der 71-Jährige nach dem elften sieglosen Spiel in Serie. Eine Woche vor dem Showdown in Hannover stellte auch Trainer Norbert Meier seinem Team kein gutes Zeugnis aus. »Wenn wir nicht absteigen wollen, brauchen wir Kerle, die dem Druck standhalten können«, meinte der Coach.

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Vor dem Saisonfinale am nächsten Samstag steht der Aufsteiger zwar immer noch auf Platz 15, zeigt aber seit Wochen von allen Abstiegskandidaten die schwächsten Leistungen. »Da sieht man, dass der ein oder andere Spieler mit seinen Nerven zu tun hat«, befand Meier, der mit der Mannschaft von Mittwoch an ein nicht öffentliches Kurz-Trainingslager außerhalb Düsseldorfs bezieht. »Wir werden viele Gespräche führen, um eine andere Situation zu schaffen, die dann in Hannover zum Erfolg führen soll«, begründete Manager Wolf Werner die Maßnahme.    

Zudem gibt es auch noch Personalprobleme. Nach der Verbannung von Andrej Woronin und Nando Rafael sowie dem verletzungsbedingten Ausfall von Martin Latka und Leon Balogun fehlt am letzten Spieltag auch der zweite Rechtsverteidiger Tobias Levels. Kapitän Andreas Lambertz hat wieder Oberschenkelprobleme.

Für Werner sind das keine Entschuldigungen. Er fordert nur eines. »Die Mannschaft muss sich in Hannover den Arsch aufreißen«, sagte Düsseldorfs Manager in der ARD-Sportschau. »Wir werden kämpfen bis zum Umfallen«, versprach Mittelfeldspieler Oliver Fink. »Wir sollten die Letzten sein, die den Glauben verlieren. Nächste Woche ist die letzte Möglichkeit: Sieg oder Sarg«, sagte der Fortuna-Profi.

Bundesligareif zeigten sich allenfalls die Düsseldorfer Fans, die für ein volles Stadion sorgten und ihr Team großartig unterstützten. »Da müssen wir großen Dank sagen. Die Fans geben jede Woche Vollgas, auch wenn wir hinten liegen«, meinte Lambertz. Selbst Gäste-Keeper Raphael Schäfer war beeindruckt. »Das ist ein schönes Stadion mit tollen Fans. Fortuna gehört einfach in die Bundesliga.«

Kurios: Obwohl die Düsseldorfer ihre Negativserie als schlechteste Rückrundenmannschaft fortsetzten, haben sie rechnerisch sogar Boden gut gemacht auf die punktgleichen Augsburger, die nun fünf Tore zurückliegen. Somit würde ein knapper Sieg bei Hannover 96 wohl zum Klassenverbleib reichen, da Augsburg dann gegen Greuther Fürth einen Sieg mit sieben Treffern Unterschied benötigt. Andererseits könnte eine Niederlage auch den direkten Abstieg bedeuten, sollten die zwei Punkte zurückliegenden Hoffenheimer in Dortmund gewinnen. »Bei allem Negativtrend - wir sind noch nicht abgestiegen«, sagte Meier trotzig.

Der fahrlässig vergebene Sieg hinterließ allerdings Spuren. Nur wenige Spieler stellten sich den Fragen, die meisten verschwanden frustriert im Kabinentrakt. Die Mannschaft sei in sich zusammengefallen, meinte Werner. »Das ist natürlich brutal enttäuschend«, klagte Lambertz, der mit seiner Aktion den Führungstreffer durch ein Eigentor von Hanno Balitsch (22.) eingeleitet hatte. »Das muss man auch mal locker nach Hause spielen. Aber wir haben zuletzt so viele Nackenschläge erhalten«, sagte Fink.

Die Nürnberger nutzten Raum und Fehler und kamen durch Robert Mak (58.) und den ersten Bundesliga-Treffer von Marvin Plattenhardt (64.) zum ersten Sieg nach zuvor vier Pleiten. »Für uns war es toll, wir hatten zuletzt schwierige Wochen«, sagte »Club«-Trainer Michael Wiesinger. »Wenn ich jetzt auf die Tabelle schaue, können wir noch einiges gutmachen«, sagte der Coach, der im Idealfall mit seinem Team noch den neunten Platz erreichen kann.