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Liederabend mit Mauro Peter und Helmut Deutsch bei den Salzburger Festspielen

Franz Schubert und der fröhliche Wanderer

Der lyrische Tenor Mauro Peter hat eine Blitzkarriere hingelegt – in Bad Reichenhall ist er kein Unbekannter, hat er doch erste Opernschritte bei der Mozartwoche der Bad Reichenhaller Philharmonie unternommen. Der Schweizer hat an der Münchner Hochschule für Musik und Theater bei Fenna Kügel-Seifreid studiert. 2012 war er Mitglied beim »Young Singers Project« der Salzburger Festspiele und von da an ging es steil aufwärts.

Tenor Mauro Peter (links) und Pianist Helmut Deutsch begeistern ihre Zuhörer mit Liedern von Schubert beim Liederabend. (Foto: Salzburger Festspiele / Marco Borrelli)

Inzwischen singt er an renommierten Opernhäusern und wird in der Saison 2016/17 an der Mailander Scala debütieren. In Salzburg singt er den Ferrando in »Cosi fan tutte« und eroberte beim Festspielliederabend im Großen Saal des Mozarteums die Herzen seiner Zuhörer.

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Schon beim Betreten des Podiums strahlt er mit Sonnyboy-Charme und bezirzt damit auch »die schöne Müllerin«. Er hat offensichtlich große Freude am Singen und teilt sie mit dem Publikum, kommuniziert mit seinen Zuhörern. Gleichzeitig setzt er sich ernsthaft für Schubert ein. Seine Stimmführung ist ebenso exzellent wie seine Diktion, die jedes Wort klar verständlich macht. Sein heller Tenor zeichnet sich durch eine individuelle Farbe aus, was heute eher Seltenheitswert besitzt. Die Stimme klingt frei, frisch und hat Schmelz.

Mauro Peter hat den Schubertzyklus sicher und, wie es scheint, mühelos »im Griff«. »Das Wandern ist des Müllers Lust«: Das treibt ihn an, er ist der fröhlich lustvolle Wanderer, der aber auch dem Wortgehalt nachforscht und Tempi und Dynamik differenziert danach ausrichtet. Vor allem ist es ihm wichtig, durchgängig in jeder Silbe die Klangqualität gleichmäßig hochzuhalten, was ihm hervorragend gelingt.

Schuberts melancholische Schatten sind noch nicht das unterschwellige Basis-Thema, vielmehr behält die musikalische Frische und Energie die Oberhand. Somit sind die Natur- und Liebesstimmungen in Liedern wie »Wohin«, »Halt« »Am Feierabend«, »Der Neugierige«, »Morgengruß« so recht »seine« Lieder. Der »Ungeduld« legt er etwas die Zügel an, »Des Baches Wiegenlied« ist kein Abschied, sondern ein versöhnliches Versprechen zum Erwachen in einen neuen Morgen.

Mauro Peter profiliert sich als Sänger, der Freude an der Musik vermittelt und das Publikum in gute Laune versetzt, dessen schöne Stimmqualität beeindruckt und dem die Zuhörerschaft aufmerksam lauscht und begeistert zugetan ist. Mit drei Schubert-Zugaben belohnt er den emphatischen Applaus: »Der Jüngling an der Quelle«, »Heidenröslein« und »Die Forelle«.

Helmut Deutsch am Flügel ist nicht nur ein großer Förderer des jungen Sängers, sondern trägt den angehenden Tenorstar auf pianistischen Händen und unterstützt ihn mit seiner Schubert-Kenntnis, für die er die gesamte Palette an Farben und differenzierender Dynamik mit federndem Anschlag einbringt und zur Singstimme in die richtige Balance setzt. Elisabeth Aumiller