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Frau mit Messer angegriffen

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Foto: Symbolbild

Ein seit vielen Jahren psychisch kranker 56-Jähriger hat vor gut einem Jahr seine Ehefrau bei einem Streit mit einem Messer und einer Glasscherbe angegriffen und dabei leicht verletzt. Die Sechste Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Dr. Jürgen Zenkel ordnete am Dienstag die Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik an, setzte sie aber gegen strikte Auflagen zur Bewährung aus.


Das Paar war am 11. April 2018 gegen 12.50 Uhr in der gemeinsamen Wohnung in Bad Reichenhall aneinander geraten. Dabei nahm der 56-Jährige in der Küche ein Messer aus der Schublade, packte seine Frau von hinten und setzte ihr das Messer an die Brust. Er drohte, sie »umzubringen«. Danach zerdrückte er mit der Hand ein Glas. Mit einer Scherbe verletzte er das Opfer am rechten Handrücken. Dazu versetzte er seiner Frau eine schmerzhafte Ohrfeige. Der Ehemann zeigte sich gestern geständig und reuig. »Mir tut alles furchtbar leid. Ich wollte niemand in eine Stresssituation bringen. So etwas kommt nicht wieder vor«, betonte er.

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Staatsanwältin Mona Peiß gelangte im Plädoyer zu einer gefährlichen wie einer vorsätzlichen Körperverletzung sowie Bedrohung. Der Angeklagte sei zur Tatzeit psychisch krank gewesen und könne deshalb nicht bestraft werden. Die Unterbringung sei anzuordnen, könne aber unter bestimmten Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden.

Dem schloss sich der Verteidiger, Jürgen Pirkenseer aus Piding, uneingeschränkt an. Sein Mandant habe die notwendigen Medikamente in letzter Zeit eingenommen und werde dies fortführen. Unter den Auflagen nannte der Verteidiger die weitere ärztliche Behandlung sowie die Anweisung an den 56-Jährigen, sich von Alkohol fernzuhalten. Das werde auch kontrolliert, betonte er. In diesem Sinn entschied auch die Sechste Strafkammer im Urteil. kd

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